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Hubschrauberabsturz Dortmund 6. Juni 1996

Vorlage für die Andacht zu den Jahrestagen

 

Das gemeinsame Tragen der Trauer hat uns hier zusammen­geführt. Wir, die wir uns heute an dieser Stelle versammelt haben, sind vor ___ Jahren, mit dem plötzlichen Tod konfron­tiert worden. 13 junge Menschen sind hier auf tragische Weise ums Leben gekommen.

Manche denken: schon ___ Jahre.

Andere denken: erst ___ Jahre.

Unterschiedliche Gedanken und Gefühle sind heute in uns. Gemeinsam ist uns die Trauer.

Gemeinsam tragen wir sie.

Gemeinsam dürfen wir sie vor Gott bringen.

Ich möchte Gedanken vor Gott bringen, die Erfahrungen aufnehmen, die Trauernden begegnen:

Die Ungeduld sagt: Was, du trauerst immer noch!

- Ich aber brauche meine Zeit.

Die Beschwichtigung sagt: Es wird schon wieder!

- Ich aber kann mich mit dem Geschehen nicht abfinden.

Die Gleichgültigkeit sagt: Lass mich in Ruhe!

- Ich aber brauche Menschen, die mich verstehen.

Die Schnelllebigkeit sagt: Es sind doch schon sieben Jahre!

- Ich aber habe meine Erinnerungen.

Die Oberflächlichkeit sagt: Die Zeit heilt alle Wunden!

- Ich aber spüre den Schmerz immer noch.

Der Zeitgeist sagt: Es gibt doch so viele Ablenkungen!

- Ich aber möchte mich nicht ablenken lassen.

Die Hoffnungslosigkeit sagt: Das Leben hat keinen Sinn mehr!

- Und manchmal denke ich das auch!

Aber ich kann mich damit nicht zufrieden geben. Darum rufe ich zu dir, Gott:

Mein Gott, lass mich nicht allein!

Strecke deine Hand aus und halte mich. Amen.

13 Menschen fanden hier vor ___ Jahren den Tod beim Absturz eines Hubschraubers. Ihre Gräber sind nicht hier. Doch hier ist der Ort, der uns miteinander verbindet in der gemeinsamen Erfahrung der Trauer. Wir trauern um jeden einzelnen Menschen. Daher sollen ihre Namen genannt werden, uns Menschen zur Erinnerung und als Fürbitte vor Gott.

(Nach jeder Namensnennung wird eine Rose am Gedenkstein niedergelegt.)

 

Am 6. Juni 1996 kamen an dieser Stelle ums Leben:

Holger Andraczek  33 Jahre

Stefan Bürkle            23 Jahre

Enrico Buffagni  37 Jahre

Dietmar Dorr  47 Jahre

Reto Heller  26 Jahre

Sascha Hemker  17 Jahre

Michaela Maschewski  19 Jahre

Ulrich Mett  32 Jahre

Yama Musleh           21 Jahre

Günter Puschnig  26 Jahre

Henrik Reissner  20 Jahre

Roger Schwake  25 Jahre

Nadine Wittich  19 Jahre

 

Wir denken auch an zwei Menschen, die oft mit uns hier gewesen sind.

Am 19. Februar 2002 ist ___ gestorben.

Am 14. April 2004 ist ____ gestorben.

 

 

(Anmerkung des Verfassers: Da die Namen der Opfer öffentlich sind, wurden sie in der Vorlage belassen.)

 

Beim Aufgang der Sonne und bei ihrem Untergang

erinnern wir uns an sie.

Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters

erinnern wir uns an sie.

Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers

erinnern wir uns an sie.

Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des Herbstes

erinnern wir uns an sie.

Zu Beginn des Jahres und wenn es zuende geht

erinnern wir uns an sie.

Wenn wir müde sind und Kraft brauchen

erinnern wir uns an sie.

Wenn wir verloren sind und krank in unserem Herzen

erinnern wir uns an sie.

Wenn wir Freude erleben, die wir so gerne teilen würden

erinnern wir uns an sie.

Solange wir leben, werden auch sie leben,

denn sie sind ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.

 

Lasst uns beten.

 

 

         Es ist tröstlich, wenn wir in Stunden der Trauer nicht allein sind, wenn andere sagen: Ich fühle mit dir,

mehr noch, wenn sie sagen: Ich bin selber in der Tiefe meines Herzens erschrocken.

Möge Gott diese Stunde, die uns in gemeinsamer Trauer hier zusammengeführt hat, segnen, sodass wir einander helfen, Ja sagen zu können zum Leben.

Es ist tröstlich, in einer Stunde tiefer Trauer unsere Gefühle, unsere Klagen vor Gott bringen zu können.

Möge Gott, der solidarisch geworden ist mit allem Leid und mit allen Leidenden, unsere Lasten annehmen und unser Herz erleichtern.

Es ist tröstlich, dass uns der Glaube sagt: Nichts von dem, was gewesen ist, wird verloren sein. Vor Gott wird es nur in einem anderen Licht erscheinen.

Möge die Gewissheit, dass die Toten bei Gott geborgen sind, uns Hoffnung geben.

 

Vaterunser und Segen

Mit freundlicher 
Unterstützung  von: