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Festansprache zur Gerätehauseinweihung in Weismain, Lkrs. Lichtenfelsam Sonntag, 26. September 2004
„Heiliger Sankt Florian, beschützt mein Haus, zünd andre an..“, - jeder von uns kennt wohl diesen nicht sehr frommen Spruch, der eher mehr ein Anti-Segen ist und unserem Schutzpatron, dem heiligen Florian, sicher nicht das Gute nachspricht, das er verdient! Aber immerhin ist dieser Satz so sprichwörtlich, dass wir sogar vom „Sankt Florians-Prinzip“ sprechen, wenn es um die Haltung bei manchen Menschen geht: “ Hauptsache, es trifft mich nicht, - was mit den anderen ist, ist mir gleichgültig!“ Doch wir Feuerwehrleute wissen, was es heißt, wenn ein Haus brennt. Dann sind wir nämlich gefragt: wir rücken aus, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, egal, ob wir mitten in der Arbeit sind oder einer Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit nachgehen, - wenn die Sirene ruft, wenn uns der Piepser signalisiert, dass unsere Hilfe gebraucht wird, dann sind wir bereit, - ganz gleich, ob es bei einem Freund ist, oder bei einem, den wir überhaupt nicht kennen, vielleicht auch bei jemandem, der uns nicht gut gesinnt ist. Das alles ist egal, - wir kommen, - helfen, - versuchen, Mensch und Tier zu retten und Sachgüter und Eigentum vor weiterem Schaden zu bewahren. Für uns Feuerwehrleute ist es klar: in der Not sind wir da, zu retten, zu bergen, zu löschen und auch zu schützen. Doch nicht nur bei Hausbränden, auch bei Naturkatastrophen, die immer häufiger werden, bei Unfällen, die inzwischen zu unserem größten Ausrückepotential gehören und zu manchen großen psychischen Belastungsproben geworden sind, werden wir gerufen; – nein, nicht nur da, sondern auch dort, wo niemand mehr weiter weiß, - da ruft man nach der Feuerwehr – und wir sind es dann, die kommen und helfen! Doch all das ist gerade in unserer heutigen Zeit nicht mehr so selbstverständlich und wir sind vielen unsinnigen Kritiken ausgesetzt, in der Regel von Mitmenschen, die unsere Hilfe noch nie benötigt haben und erst dann, wenn sie sie einmal erfahren durften, ganz anders von der Feuerwehr sprechen. – All das klingt uns Älteren und schon jahre- und jahrzehntelang erprobten aktiven Feuerwehrkameraden unter uns nicht unbekannt – wir kennen es! Und so möchte ich einmal allen ganz herzlich danken für diesen Ehrendienst, für diesen aktiven Dienst gelebter Nächstenliebe! Auch alle unsere Jungen und Mädchen möchte ich ermuntern, in die Fußstapfen der Älteren zu treten und sich für diesen Ehrendienst zu engagieren. Sich zu engagieren, aber nicht nur für den Nächsten.....sondern auch für unseren Herrgott, egal, ob wir katholisch, evangelisch sind, einer sonstigen Glaubensgemeinschaft angehören oder vielleicht auch keiner: wir haben das Motto: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ Wir tun diesen Dienst auch und besonders zur Ehre Gottes und es gibt sicher ganz wenige, wenn überhaupt, die sich unseren Herrgott auf die Fahne geschrieben haben! Unsere Vorfahren haben sich diesen Geleitspruch sicher nicht umsonst ausgedacht, sondern wussten, dass wir uns Gott in allen unseren Lebenslagen, auch wenn sie manchmal bedrückend sind, anvertrauen dürfen. - Aber wir dürfen und sollen ihm auch danken: Dass er über uns wacht bei unseren Einsätzen, - dass er uns dabei begleitet, - dass er bei uns ist, auch wenn wir es nicht unbedingt merken, aber wir können es nach einem erfolgreichen Einsatz spüren, wenn wir wieder gesund nach Hause gekommen sind! Ihn, unseren Herrgott, wollen wir heute, in dieser Feierstunde, um seinen besonderen Schutz und Segen für dieses neu gebaute Feuerwehrhaus bitten. Wir wollen nicht nur uns, sondern dieses Gebäude, in dem die Kameraden/Innen der FF Weismain nun künftig – ich sag einfach einmal locker „zuhause“ sind, unter seinen besonderen Schutz stellen und ihn bitten, künftig auch weiterhin ihr treuer Begleiter zu sein. Hier sind die Gerätschaften untergebracht, die benötigt werden, hier werden Schulungen abgehalten zur Ausbildung der Wehrleute und hier sollen aber auch viele Veranstaltungen stattfinden, die der Kameradschaft dienen. Denn ohne diese Kameradschaft, die gerade bei uns in der Feuerwehr extrem wichtig und bedeutend ist, wäre dieser Dienst nicht möglich! All das wollen wir nun mit der Einweihung dieses Gebäudes, dieses neuen Feuerwehrgerätehauses, unter den besonderen Schutz und Segen Gottes stellen:
…….. es folgt die Segnungszeremonie lt. Benediktionale
Alfred Bernhardt, Marktzeuln Feuerwehrseelsorger im Landkreis Lichtenfels |
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