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Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention 2003

„An Grenzen begleiten“

Ökumenischer Gottesdienst am 22. Mai 2003

in der Evangelischen Kirche in Bochum-Werne

Musik zum Eingang

Begrüßung und Ansagen

Lied EG 322, 1+2+3+5

1. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't.

2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut;

3. der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt.

4. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.

Liturgische Eröffnung

Psalm 77, 2-9

V.      Ich rufe zu Gott, ich schreie,

ich rufe zu Gott, bis er mich hört.

A.      Am Tage meiner Not suche ich den Herrn;

meine Seele lässt sich nicht trösten.

V.      Denke ich an Gott, muss ich seufzen,

sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen.

A.      Du lässt mich nicht mehr schlafen;

ich bin voll Unruhe und kann nicht reden.

V.      Ich sinne nach über Tage von einst,

ich will denken an längst vergangene Jahre.

A.      Mein Herz grübelt bei Nacht,

ich sinne nach, es forscht mein Geist.

V.      Wird der Herr mich denn auf ewig verstoßen

und mir nie gnädig sein?

A.      Hat seine Huld für immer ein Ende,

ist seine Verheißung aufgehoben für alle Zeiten?

V.      Ehre sei dem Vater und dem Sohn

Und dem heiligen Geist.

A.      Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit

Und in Ewigkeit. Amen.

 

Kyrie-Gebet

 

Lied EG (Ausgabe RWL) 673, 1-3 / Halleluja Nr. 20

1. Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.

Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.

Refr.: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,

die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:

Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,

Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.

2. Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle.

Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.

Refr.: Ehre sei Gott ...

3. Ich lobe meinen Gott, der meine Tränen trocknet, dass ich lache.

Ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich atme.

Refr.: Ehre sei Gott ...

 

Tagesgebet


Gütiger Gott, du hast uns Menschen unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten gegeben, damit wir deine Schöpfung als Lebensraum gestalten.

Du hast uns durch deinen Sohn Jesus Christus gelehrt, mit unseren Gaben füreinander da zu sein, einander beizustehen und zu helfen.

Dein Heiliger Geist weckt in uns die Bereitschaft, das Gute zu tun.

Schenke uns durch dein Wort die Orientierung für unser Leben und die Kraft zum Handeln.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir in der Einheit des Geistes lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Gem.: Amen.

 

Kanon EG (Ausgabe RWL) 591 / Halleluja Nr. 80

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht; es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;

es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

 

Lesung: 1. Korinther 12, 12 –26

 

Lied Halleluja Nr. 147

Löscht den Geist nicht aus!

Predigt

Lied Halleluja Nr. 65 / Mein Liederbuch 2 Oekumene heute Nr. B 225

1. Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

2. Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde ...

3. Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde ...

Fürbitten

 Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an die Menschen, die Opfer von großen und kleinen Katastrophen geworden sind, denen Liebgewesenes zerstört wurde, die verletzt wurden, denen eine schwere Last auf Herz und Seele liegt.

Gib ihnen Menschen an die Seite, die Klagen aushalten und Schweigen verstehen, die das rechte Wort zur rechten Zeit finden und zu helfen wissen.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an alle, die Angst haben um einen Angehörigen, um eine Freundin, einen Freund, die sich sorgen um einen Men­schen, der verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste, der Opfer von Gewalt geworden ist, der unauffindbar ist.

Gib ihnen Menschen an die Seite, die das rechte Maß von Distanz und Nähe wahren, die wissen, wie sie begleiten können, die zu trösten verstehen.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, denen das Auto zu einer verletzenden, gar tödlichen Waffe ge­worden ist, die im Gebrauch der Technik versagt haben, die Gewalt angewendet haben, die zu Tätern geworden sind.

Gib ihnen Menschen an die Seite, die Schuld und Versagen nicht beschönigen, sondern ernst nehmen, die aber dennoch hinter dem Versagen, hinter der Schuld den Menschen in seiner Not zu sehen vermögen.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an uns Menschen im Rettungsdienst. Wir werden gerufen, wenn Menschen in großer Gefahr, oft Lebensgefahr sind. Wir sehen Menschen leiden unter Krankheiten und Verletzungen. Von uns wird Hilfe erwartet, doch manchmal können wir nicht helfen.

Hilf, dass unser Herz unter den schweren Erfahrungen nicht verhärtet. Gib uns Men­schen an die Seite, die zuhören können, die unterstützen und entlasten.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an uns Polizeibeamtinnen und –beamte. Wir werden zu Konflikten gerufen und mit Gewalt konfrontiert. Oft sollen wir von Amts wegen Probleme lösen, wo das Miteinander-Umgehen der Menschen und die Verantwortung der Gesellschaft versagt haben.

Hilf, dass wir die Erfahrung von Gewalt nicht als etwas Selbstverständliches hinnehmen. Hilf, dass wir immer das angemessene Handeln finden. Und lass uns unversehrt unse­ren Dienst tun.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an uns Menschen in der technischen Hilfe. Wenn wir gerufen werden, hat es einen großen Schaden gegeben, ist es zu einer Katastrophe gekommen. Die Bilder, die wir sehen müssen, zeigen Verwüstung und Chaos.

Hilf, dass der Schrecken unsere Fähigkeiten nicht lähmt. Lass uns die Technik so ein­setzen, dass es den Menschen hilft. Gib uns Menschen an die Seite, die nicht nur die Technik sehen, sondern auch die Frau und den Mann, die mit ihr umgehen.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an uns Feuerwehrleute. Von uns wird erwartet, dass wir dort helfen, wo Entsetzliches geschehen ist, wo Menschen verletzt wurden, wo sie Unersetzliches verloren haben. Wir werden mit Leid und Trauer konfrontiert. Und manchmal brennen sich die Bilder in unsere Seele ein.

Hilf, dass die Belastungen nicht zu groß werden. Lass uns erkennen, wie hilfreich die Gabe des Gespräches ist. Gib uns Menschen an die Seite, die Verständnis für die Belastungen unseres Dienstes haben, die Vertrauen schaffen können und Wege zur Entlastung weisen.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott. Vor dich bringen wir unsere Gedanken an die Frauen und Männer in der Notfallseelsorge, in der Feuerwehrseelsorge, in der Krisenintervention. Sie haben die Aufgabe übernommen, den Menschen nahe zu sein, die als Opfer, als Angehörige, als Einsatzkräfte unter großer seelischer Belastung leiden. Sie müssen mit Erfahrungen umgehen, die sie selbst an den Rand des Tragbaren führt.

Lass sie die Sorge um sich selbst nicht vergessen. Hilf ihnen, auch für sich selbst das zu tun, was sie für andere tun wollen. Gib ihnen Menschen an die Seite, die es verstehen, zu hinzuweisen und aufzurichten.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

Gem.: Herr, erbarme dich.

 

Herr, unser Gott, es ist deine Gabe, dass es in dieser Welt Menschen gibt, die zur Hilfe bereit sind, wenn andere in Not geraten. Hilf, dass auch wir die Sorgen und Nöte der anderen ernst nehmen und helfen, wie wir es vermögen. Darum bitten wir, wenn wir gemeinsam beten, wie dein Sohn es uns gelehrt hat:


 

Vaterunser

 

Lied EG (Ausgabe RWL) 648, 1-3

1. Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsern Menschenstraßen, Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung, die wir fast vergaßen. Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen Tagen, Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.

2. Blühende Bäume haben wir gesehn, wo niemand sie vermutet, Sklaven, die durch das Wasser gehn, das die Herren überflutet. Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen Tagen, Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.

3. Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten, wie Stumme sprachen, durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen, die die Nacht durchbrachen. Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen Tagen, Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.

 

Sendung und Segen

 

Lied EG (Ausgabe RWL) 607, 1-4

Refr.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.

1. In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten. In der Traurigkeit, mitten in dem Leid lass uns deine Boten sein.

Refr.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns ...

2. In die Schuld der Welt hast du uns gestellt, um vergebend zu ertragen, dass man uns verlacht, uns zu Feinden macht, dich und deine Kraft verneint.

Refr.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns ...

3. In den Streit der Welt hast du uns gestellt, deinen Frieden zu verkünden, der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, deinem Wort Vertrauen schenkt.

Refr.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns ...

4. In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen. Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.

Refr.: Herr, wir bitten: Komm und segne uns ...


Für das Internet bearbeitet von Hanjo v.Wietersheim am 28.06.2003.

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