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Kreisjugendfeuerwehr – Zeltlager
Gottesdienst am 28.7.2001
(Lieder: Band)
Begrüßung
Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr - ich nehme an eine feine Sache, wie auch die
Feuerwehr überhaupt. Es ist etwas geboten, eine Gemeinschaft, die einem Freude
und Anerkennung gibt und noch obendrein sportlich ist, wenn ich an die Übungen
und Leistungsabzeichen denke. Feuerwehr ist aber mehr, und das wissen alle, die
bei ihr mitmachen. Es ist kein Verein mit Selbstzweck, sondern es geht
letztendlich darum, eine Gemeinschaft zu bilden, um andere zu helfen, wenn es im
wahrsten Sinn des Wortes brenzlig wird. Wo es nicht mehr locker und gut zu geht,
sondern “heiß her geht”. Spätestens dann kann es auch sein, dass man als
Feuerwehrmann oder -frau an seine Grenzen kommt; – mit Grenzen von Leben und Tod
in Berührung kommt; und es auf einmal überhaupt kein Spaß, sondern vielmehr Sinn
macht bei der Feuerwehr zu sein. Deshalb sitzen wir nun auch beieinander, um
Gottesdienst zu feiern. Denn der tiefere Sinn erschließt sich nur dem, der
glaubt, dass da noch mehr da ist, als das, was wir mit den bloßen Augen sehen
können. Der darauf vertrauen kann, dass da noch einer ist, wenn wir Menschen mit
unserem Latein am Ende sind.
Tagesgebet
Herr, unser Gott, du hast die Welt erschaffen und alles wunderbar geordnet. Die
Elemente stehen in deinem Dienst und erhalten die Menschen am Leben. Das Feuer
spendet Wärme und Licht, es schmilzt das Erz und läutert das Gold. Es kann auch
zur Gefahr werden für Mensch und Tier, für Hab und Gut. Schütze die Menschen,
die als Feuerwehrleute ihren Dienst zum Wohl der Gemeinschaft verrichten.
Bewahre uns vor Schaden und mache uns alle bereit zu aufrichtiger
Zusammenarbeit, zu brüderlicher Hilfeleistung und zum Dienst am Nächsten. Großer
und starker Gott, du hast dem heiligen Florian und seinen Gefährten die Gnade
geschenkt, den Glauben an Christus durch ihr Sterben zu bezeugen. Gewähre uns
Schutz und Hilfe und gib auch uns den Mut, den Glauben unerschrocken zu
bekennen. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.
A.:
Amen.
Lesung: Koh 4,8-10.12
Zwischengesang
Evangelium: Mt 25,31-40
Predigt
Liebe Jugendfeuerwehrleute und jung Gebliebene,
Ihr
seid hier auf einem Zeltlager der Feuerwehr zusammen. Einige schon seit ein paar
Tagen. Das Wetter ist hervorragend und ich nehme an, die Stimmung ist auch gut.
Man könnte meinen, die Feuerwehr macht sich wieder einen Namen als “Feierwehr”,
sprich als einen Verein, der das Löschen mehr mit dem Maßkrug im Sinn hat, als
mit der Spritze. Doch ich meine das ist weit gefehlt. Wohl eher geht es, wie im
Evangelium. Jesus spricht da von denjenigen, die ihm Gutes getan haben. Von
denen, die Menschen aufnehmen, wenn sie obdachlos waren und eine Bleibe suchten
- aus welchen Gründen auch immer. Die für Arme gesorgt haben, wenn sie Kleidung
oder etwas zu essen brauchten, oder für diejenigen Zeit hatten, die gefangen
waren und in Not. Und als Jesus sie lobt wundern sie sich, denn sie haben ja
“nur” ihren Nächsten gedient, - aber gerade in ihnen haben sie keinem anderen
als Gott selbst die Ehre gegeben. Genau so handeln auch viele Feuerwehrleute
landauf landab. Wenn die Sirene oder der Piepser geht, dann wird alles liegen
und stehen gelassen und gelaufen. Zunächst weiß man gar nicht so genau weshalb.
Selbst bei einem Piepser mit Durchsage kann die Ankündigung recht dürftig oder
völlig anders ausfallen, als was einem dann erwartet. Das einzige was sicher
ist: Menschen sind in Not und sie brauchen Hilfe, und zwar sofort und so schnell
als möglich. Alleine diese Bereitschaft sofort alles liegen und stehen zu lassen
ist gar nicht so ohne. Aber es geht noch weiter: wir Feuerwehrleute laufen, auch
wenn derjenige, der Hilfe braucht sie gar nicht bezahlen kann, wenn es ein
völlig Fremder ist, wenn es einer ist, der sogar an seinem eigenen Unglück
selber schuld ist. Wir helfen, einfach so, ohne lang zu fragen. Wenn wir das,
was Jesus im Evangelium gesagt hat ernst nehmen, so heißt es letzten Endes: in
den Menschen, denen wir begegnen auf unserem Einsätzen treffen wir niemand
geringeren an als Jesus selbst. In den Menschen in Not begegnen wir Gott in
Situationen, die ganz und gar nicht nach Gottesbegegnung ausschauen: bei
Unfällen, bei Bränden oder sonstigen Notlagen. Dienst und Einsatz bei der
Feuerwehr ist Dienst am Nächsten, auch und gerade wenn wir den Menschen, denen
wir da helfen überhaupt nicht kennen - und es ist Gottesdienst, nichts weniger!
Aber die
Feuerwehr hat auch noch etwas besonderes: wir tun unseren Dienst am Nächsten als
eine Gemeinschaft und in einem Verein. Wir hörten davon in der Lesung aus dem
Buch Kohelet: Zwei sind besser als einer alleine. Aller Reichtum nützt nichts,
wenn man alleine ist. Nur wenn es zusammen geht, kann man wirklich etwas
ausrichten. Dies zeigt auch noch eine Dimension von Feuerwehr, die nicht immer
einfach sein kann: die Gemeinschaft, im Einsatz unter einem Kommandanten, die
Einsatzgruppe mit ihrem Führer. Völlig klar, wenn wir zusammen stehen geht es
besser, doch jeder muss seine Aufgabe erfüllen. Das merkt Ihr schon jetzt auf
Eurem Lager: wenn es keinen gibt, der das Essen bereitet, dann gibt es nichts
zum Futtern; wenn keine den Abwasch machen, sieht es auch schlecht aus; jeder
und jede müssen sich beteiligen, sonst gelingt das Zeltlager nicht, sonst wird
es langweilig und öde. Im Ernstfall wird es aber noch viel wichtiger, das zu tun
was gerade ansteht. Und mancher mag da mit seinen Aufgaben zunächst gar nicht
zufrieden sein. Ich kann mich noch gut erinnern: zu Beginn meiner Zeit in der
Klosterfeuerwehr hat es mir mächtig gestunken, auf die Autobahn zum Einsatz zu
fahren, und dann gerade mal den Dreck von der Fahrbahn kehren zu dürfen, anstatt
als Angriffstrupp löschen zu können. Ich durchschaute noch nicht die Ordnung in
dem ganzen Chaos eines Einsatzes. Erst nach und nach wurde mir klar, dass jeder
seinen Job zu tun hat und es dann auch läuft. Da müssen auch die anderen dazu
helfen: die Polizei, Sanitäter, die Einsatzleitung bis hin zu Frauen und Männern
als Notfallseelsorgern. Und wehe die Einsatzleiter und Kommandanten machen
versuchen sich auf eigene Kosten zu profilieren, anstatt dem Ganzen und dem
Einsatz zu dienen: dann ist das Chaos erst recht perfekt!
Wenn Ihr in Wettkämpfen als Feuerwehrgruppen gegeneinander antretet, dann übt
Ihr das schon auf einer sportlichen Ebene. Da geht es um Zeit, darum keine
Fehler zu machen und auch besser zu sein als andere. Da ist zum einen die Übung
und auch der positive Anreiz zum Einsatz, der ja im Ernstfall einfach dadurch
gegeben ist, dass es brennt. Aber es geht auch darum als Wassertrupp, als
Schlauchtrupp oder Angriffstrupp seinen Job zu beherrschen und ihn auch zu tun.
Auch und gerade dann, wenn ich es mir im Ernstfall spannender vorstellen kann
vorne als Angriffstrupp beim Feuer zu stehen, womöglich noch als Held, der
löscht und deshalb gar keine Lust habe zum Beispiel Schläuche zu schleppen. Es
ist völlig klar, dass das nicht geht. Nur wenn alles zusammen helfen und auch
gemeinsam an einem Strang ziehen gelingt unsere Arbeit. Keiner ist dann mehr
wert und etwas Besseres als der andere. Bis hin dazu, dass auch welche den
Verkehr regeln müssen - ein unbedingt notwendiger Schutz für die Kameraden im
Einsatz und auch eine Hilfe für die, die am Unglücksort vorbeikommen. Oder
nachher das Aufräumen, das in Ordnung bringen nach all dem Chaos - eine
grundlegende Bedingung, dass es überhaupt wieder weitergehen kann, wenn die
Feuerwehr wieder abgerückt ist.
So möchte ich Euch Mut machen für Euren Dienst bei der Feuerwehr. Es ist nicht
nur Dienst am Nächsten, sondern es ist auch Gottesdienst. Das wird mir immer
klar, wenn wir als Mönche in der Kirche beim Gebet sind und die Sirene geht.
Ganz selbstverständlich verlassen wir die Kirche und den Gottesdienst und rücken
aus zum Einsatz - weil es eben auch Gottesdienst ist. Und wenn Menschen in Not
sind, gibt es dringenderes zu tun als in der Kirche von Münsterschwarzach eine
hohe Liturgie zu feiern. Und ich möchte Euch auch Mut machen für den Dienst an
dem ihr hingestellt seid. Jeder Platz bei der Feuerwehr ist wichtig, denn nur in
Gemeinschaft gelingen die Einsätze, was es auch immer sei.
Amen.
(Lied)
Fürbitten
Schlussgebet
Vater unser
Herr, lass Freude einkehren, wo Trauer herrscht. Schenke uns die Kraft, denen
beizustehen, die mutlos sind; denen
zu helfen, die am Ende ihrer Kräfte sind; die aufzumuntern, die keine Hoffnung
mehr haben. Herr, lehre uns, uneigennützig zu sein, selbstlos und offenherzig.
Darum bitten wir, durch Christus unseren Herrn.
Amen.
Segen
Lied
Fürbitten
Gott, unser Vater, wir danken dir, dass wir zu dir kommen dürfen so, wie wir
sind, mit allem, was uns bewegt und ausmacht. Wir danken dir, dass du uns dienst
mit dem, was wir brauchen. Du erneuerst unser Leben, du stärkst unsere Hoffnung.
So tragen wir Dir unsere Bitten vor:
1)
Wir bitten dich für alle, die sich Christen nennen: schenke ihnen mutmachende
Erfahrungen im Glauben und Begegnungen mit dir. Gib ihnen Mut, nach deinen
Geboten zu leben und sich im Alltag zu dir zu bekennen.
Herr, erbarme dich! – Herr, erbarme dich!
2)
Wir bitten dich für alle, die nicht mehr glauben können oder wollen, weil sie
Schweres erlebt haben. Mach sie offen für die Zeichen deiner Nähe. Führe sie mit
Menschen zusammen, die ihre Beziehung zu dir glaubwürdig leben.
Herr, erbarme dich! – Herr, erbarme dich!
3)
Wir bitten dich für alle Menschen, die bereit sind, für andere tätig zu sein in
der Feuerwehr und in den verschiedenen Rettungsdiensten. Hilf uns zu einer guten
Gemeinschaft zusammen zu finden, die anderen tatkräftig helfen kann.
Herr, erbarme dich! – Herr, erbarme dich!
4)
Schenke uns auch Verantwortliche und Einsatzleiter, die in der Lage sind, uns
sinnvoll zu führen und anzuleiten. Las auch uns erkennen, wo wir dir mit Taten
nachfolgen können.
Herr, erbarme dich!– Herr, erbarme dich!
5)
Wir bitten dich für alle, die es schwer haben im Leben, für die Opfer von
Gewalt, Unfällen und Naturkatastrophen. Sei ihnen nahe mit deiner Güte und
begegne du ihnen in Menschen, die ihnen tatkräftig helfen.
Herr, erbarme dich! – Herr, erbarme dich!
All
unsere Bitten fassen wir zusammen in dem Gebet, das uns dein Sohn zu beten
gelehrt hat:
Vater unser
Gehalten von
Pater Christoph Gerhard OSB , Münsterschwarzach
Für das Internet bearbeitet von
Hanjo
v. Wietersheim, 03.12.2002.
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