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Feuerwehrseelsorge
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Ökumenischer Gottesdienst "50 Jahre FF Ilbenstadt", 28.6.98, Festzelt

Eröffnungsmusik Posaunenchor

Begrüßung (K)

Lied: Danke, für diesen guten Morgen

Eingangspsalm (F)

Psalm 66:

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie konnten zu Fuß durch den Strom gehen.
Darum freuen wir uns seiner. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird;
du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt,
du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen,
wir sind in Feuer und Wasser geraten.
Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.
Amen.

Kyrie-Gebet (K)

Gloria-Lied: Lobe den Herren, den mächtigen König

Kollektengebet (F)

Guter und mächtiger Gott, du schenkst den Menschen, die auf dich vertrauen, besondere Kräfte, auch denen, die die Augen offen haben für die Menschen, die um sie sind. Gewähre uns allen Schutz und Hilfe im Dienst an anderen Menschen. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.
Amen.

Lesung (K): Barmherziger Samariter

Credo (K)

Lied: Hilf, Herr, meines Lebens

Ansprache (F)

Liebe FeuerwehrkameradInnen der Einsatzabteilung, der Alters- und Ehrenabteilung und der Jugendfeuerwehr. Liebe Jubiläums-Festgemeinde!

50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ilbenstadt - ein halbes Jahrhundert ist seit der Gründung nach dem 2. Weltkrieg vergangen, und so sind wir an diesem Morgen hier am Ort des Feierns zusammengekommen, um auch einen Gottesdienst zu feiern - um Gott auszudrücken, was uns anlässlich dieses Jubiläums bewegt, an Dank und Bitte.

Was beschäftigt einen Pfarrer, der selbst aktives Mitglied einer Feuerwehr ist, bei Ihrem Jubiläum?

In der vergangenen Woche fiel mir zufällig der Prospekt eines neuen Computer-Spiels in die Hände: "Emergency. Fighters for Life". (Inhalt!) Feuerwehr-Spielen am Computer / virtuell Brände löschen / Nervenkitzel am Bildschirm.

Ist so ein Spiel gut oder schlecht? - Schwer zu sagen.

Ich sehe dieses Spiel im Zusammenhang mit zahlreichen Berichten in den Medien, dass den Rettungsdiensten in Deutschland der personelle Kollaps droht. Wo es um hauptamtliche Dienste geht, wirken nicht eben üppige Gehälter nicht gerade verlockend. Im ehrenamtlichen Dienst, zu dem ja auch die Feuerwehren zählen, ist der Bestand eher aus einem gesamtgesellschaftlichen Lebensgefühl heraus gefährdet.

Nur am Rande bemerkt: hier in Ilbenstadt nach meiner Wahrnehmung zur Zeit nicht. 38 Mitglieder in der Einsatzabteilung sind eine starke Truppe, die eine Menge Zeit, Freizeit ehrenamtlich, das heißt ohne einen Pfennig Geld dafür zu sehen, aufbringen, um Tag und Nacht bereit zu sein, um eingreifen zu können, zu handeln, wenn es nötig ist.

Aber auch diese Freiwillige Feuerwehr, so gut es ihr im Moment geht, wird immer, gerade wenn es um die Suche nach neuen aktiven Mitgliedern geht, mit der Frage konfrontiert werden: "Was bringt mir denn das, wenn ich mich bei euch engagiere? Es gibt doch noch so viel anderes!" Und dann wird der ganze Katalog von attraktiven Freizeitangeboten aufgezählt, einschließlich dieses tollen Computerspiels.

Diese Fragestellung ist mir, und meinem katholischen Kollegen vermutlich auch, sehr wohl bekannt. Bei uns funktioniert die Arbeit auch nur dann erfolgreich, je mehr ehrenamtlich mitgearbeitet wird.

Noch ein zweiter Faktor ist für die Feuerwehr bedrohlich: das sind die Finanzen; genauer gesagt: die in den kommunalen Haushalten immer knapper werdenden Mittel.

Die theoretische Modell-Analyse der Feuerwehr Ortenberg hier im Wetteraukreis brachte unlängst Erstaunliches zu Tage: das ganze Unternehmen Feuerwehr sei doch viel effektiver, sprich: kostengünstiger zu betreiben, wenn etwa 50% der Fahrzeuge und in den kleineren Stadtteilen auch die Feuerwehrhäuser stillgelegt werden.

Rein betriebswirtschaftlich mag das korrekt und nachvollziehbar sein. Aber die Frage ist doch, ob man eine Feuerwehr überhaupt rein betriebswirtschaftlich betrachten kann und darf. Denn wo ist in einer solchen Rechnung der Wert fürs dörfliche Leben erfasst, den jede Feuerwehr in sich trägt?

Dass die Finanzen knapper werden, ist unbestritten - es kommt einzig darauf an, wie man damit umgeht.

Das gilt im übrigen auch für Kirchengemeinden, wobei ich an dieser Stelle nur für unsere evangelische sprechen kann. Die Kirchensteuereinnahmen sinken aus den verschiedensten Gründen und damit auch die Menge des Geldes, das den einzelnen Gemeinden zur Verfügung steht. dass eine so kleine Gemeinde wie die unsere davon besonders stark getroffen wird, ist leicht nachvollziehbar. Und auch da gilt: es kommt hauptsächlich darauf an, wie man mit dieser Situation umgeht.

Vielleicht wäre ein nachdenkenswertes Modell, die Gruppierungen vor Ort, die mit ähnlichen Fragestellungen zu kämpfen haben, stärker miteinander ins Gespräch zu bringen, um gemeinsame Strategien für die Zukunft zu entwickeln.

Ich habe einige Berührungspunkte zwischen Feuerwehr und Kirche angedeutet, auf einer ganz äußeren, organisatorischen Ebene - ich möchte heute morgen auch den Versuch wagen, noch eine Ebene tiefer zu steigen. Damit löse ich auch das Rätsel um diese Feuerwehrgerätschaften, die hier am/auf dem Altar liegen. Die haben alle eine sachlich-technische Bedeutung, die man weiß oder in Büchern nachlesen kann.

Ich finde es interessant, einmal über die symbolische Bedeutung dieser Gegenstände nachzudenken und so den Blick auf diese andere, ungewöhnliche Verstehensebene zu öffnen.

1. Leiter (Klappleiter oder Teil einer Steckleiter)

- Rettungsgerät, um aufsteigen, absteigen, überbrücken (Eis) zu können;

- Verbindung zwischen oben und unten - Himmel und Erde; Jakobsgeschichte; Menschen brauchen etwas, das größer ist als sie, als Korrektiv ihres eigenen Verhaltens

2. Funkgerät

- unerlässlich für die Kommunikation im Einsatz; sonst weiß die Rechte nicht, was die Linke tut.

- Kommunikation ist für uns Menschen unerlässlich. Wir sind soziale Wesen, darauf angewiesen, uns auszutauschen; Menschen zu haben, denen wir uns anvertrauen können, in Krisenzeiten wie bei schönen Anlässen. Dazu gehört auch, Feste zu feiern, Orte und Räume zu schaffen, wo viele zusammenkommen und unbeschwert einige Zeit verbringen können - wie zum Beispiel bei so einem Jubiläums-Fest.

3. Verteiler

- wasserführende Armatur, die Wasser, das von der Pumpe kommt, auf mehrere Leitungen verteilt - zur Steigerung der Effektivität.

- ermahnt und erinnert daran, uns selbst immer auch als Verteiler zu sehen und zu begreifen - in dem Sinn, dass wir nicht egozentrisch um uns selbst kreisen, sondern die guten Gaben, die wir haben, großzügig und freimütig zu verteilen.

4. Kübelspritze

- Kleinlöschgerät, Nachfolger des Wassereimers;

- erinnert an den Hl. Florian, von dem die Legende sagt, er habe als junger Mann ein brennendes Haus gelöscht - mit einem Gebet. Er wurde ein Märtyrer, wegen seines christlichen Glaubens 304 mit einem Mühlstein um den Hals im Fluss ertränkt. Er wurde zum Schutzpatron der Feuerwehr - und das Wasser in diesem Kübel steht symbolisch für die Bereitschaft zu retten und zu helfen, nicht nur bei Technischen Hilfeleistungen und Bränden, sondern im Grunde bei allen Bränden des Hasses und der Verzweiflung.

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr - der Schutz und Segen Gottes begleite die Ilbenstädter Feuerwehr auch in Zukunft. Amen.

Und der Friede Gottes, höher als alle menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen, Sinne und Verstand in Christus Jesus. Amen.

Lied: Nun danket alle Gott (alte Melodie)

Fürbittgebet (K + 2 aus der Feuerwehr)

Vaterunser (K)

Lied: Großer Gott, wir loben dich

Segen (F)

Gott - Vater, Sohn und heiliger Geist - segne euch und behüte euch. Er lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig. Er hebe sein Angesicht über euch und schenke euch seinen Frieden. Amen.

Posaunenchor


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Der Gottesdienst wurde erarbeitet von Pfarrer Jörg Fröhlich.

Diese Seite wurde zuletzt überarbeitet von Hanjo v. Wietersheim am 7.10.1998.

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