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Gottesdienst zum
125-jährigen Jubiläum
der Freiwilligen Feuerwehr Frieda
Gehalten von
Pfarrer Dr. Thomas Zippert
am 2. Sonntag nach Trinitatis, d. 13.6.1999
Inhalt:
Predigt über Lukas 10, 25-37
Gottesdienstablauf mit Gebeten
Predigt über Lukas 10,25-37 (125
Jahre FW Frieda)
Ort: Frieda
Datum: 2. Sonntag nach Trinitatis (13.6.99)
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserm Vater, und Jesus Christus, unserm
Bruder!
Liebe Gemeinde, liebe Feuerwehrkameraden,
"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!" Das war das Motto zur Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr Frieda am 5.7.1874.
"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!" Das wird auch das Motto der heutigen
Predigt, liebe Kameraden.
"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!" Das gehört seit der Geschichte vom
barmherzigen Samariter und dem Doppelgebot von Nächstenliebe und Gottesliebe
zusammen.
Und: Diese Geschichte ist für mich als spätem Nachfahr der Priester und Leviten
eine der Hauptmotivationen gewesen, in die Feuerwehr zu gehen: Man kann doch
nicht einfach - gar auf dem Weg zum Gottesdienst - an einem Menschen in Not
vor-beigehen!
(1) Um dieses Motto soll es jetzt gehen. Die zweite Hälfte zuerst: "Dem Nächsten
zur Wehr". Die FW Frieda hat schlimme Gefahren von Mitmenschen und vom Dorf
abgewandt, das hat sie im Laufe ihrer 125jährigen Geschichte mehrfach bewiesen,
hier im Ort und in der näheren Umgebung (gerade in letzter Zeit?).
Euch stehen die schweren Einsätze alle vor Augen:
- der Einsatz bei Familie Hartwig am Zittel
- der Einsatz bei Ernst Hering
- Einsätze bei Firma Friedola
- den älteren vielleicht noch der Einsatz bei der Wollgarnspinnerei, wo jetzt
das Zollhaus steht
- immer wieder Einsätze bei Hochwasser und Hagel (auch hier in der Kirche)
Lange habt Ihr auf geeignete technische Ausrüstung warten müssen. Erst 1934 gab
es eine erste Motorpumpe. Und bis kurz vor dem 100jährigen Jubiläum dauerte es,
bis Ihr das erste Löschfahrzeug bekamt (1972).
Seit dem Einsatz am Werratalsee weiß ich, wie schlimm es für einen ist, ohne
geeignetes Gerät zu einem Einsatz zu kommen oder sogar wirklich nichts mehr tun
zu können als Schlimmeres zu verhüten, Tote zu bergen und den Angehörigen
beizustehen. Ich sage bewusst nicht: ...Angehörige zu trösten. Das geht - wenn
überhaupt - erst später. Aber Beistehen reicht. Das ist anstrengend genug.
Das tut in der Seele weh, es hinterlässt Spuren, wenn man nicht so schön helfen
kann wie der barmherzige Samariter. Umgekehrt hinterlässt es gute Spuren, wenn
man helfen kann wie er:
Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah,
jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und
verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und
pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt
und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn
ich wiederkomme.
Er sah einen Menschen in Not und gab seinem Impuls ihm beizustehen und zu helfen
nach, ohne Zögern. Und dann ging alles wie von selbst, ganz schnell:
"als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine
Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine
Herberge und pflegte ihn."
Das ist alles "ein Satz", ein wirklicher "Ein-Satz". So am Schnürchen muss das
mit dem Helfen gehen. Von den Augen ins Herz, dann in den Kopf. Automatisch
wissen Hände und Füße, was zu tun ist.
Das gelingt nicht immer. Das wissen wir. Aber wenn es gelingt, können wir stolz
auf uns sein, richtig stolz.
Es gibt Menschen, die haben da Blockaden, so wie Priester und Levit, die ihren
Geschäften nachgehen. Von denen gibt es inzwischen viel zu viel. Heute sind die
"Gaffer" dazugekommen, die Fernsehen und Wirklichkeit verwechseln. Die sich von
der Not ihrer Mitmenschen nicht mehr zum Handeln anrühren lassen, als wäre da
eine Sperre zwischen Augen und Herz und Händen.
Die Kultur der Barmherzigkeit ist in unserer Ellbogengesellschaft stark
verbesserungsfähig. Das gilt weit über die Feuerwehr hinaus.
Nicht so beim barmherzigen Samariter. Nebenbei gesagt: Jesus hält hier seinen
Zuhörern einen schlecht angesehenen Ausländer als Beispiel vor. Im Gegensatz zu
den Angesehenen der damaligen Gesellschaft (Priester und Leviten) sieht er hin;
es erreicht sein Herz. Und er weiß sofort was zu tun ist. Und er tut es. Und er
lässt es sich was kosten. Umgerechnet sind das etwa zwei Tageslöhne. (Bei 20,-
DM Stundenlohn wären das heute 320,- DM - er lässt sich seine Hilfsbereitschaft
also wirklich was kosten.)
Es gibt Einsätze, die sind Euch auch so gelungen. Darauf könnt Ihr stolz sein.
Viel gelernt habt Ihr in den ersten 125 Jahren der Geschichte der Feuerwehr in
Frieda. Auf diese Zeit zurückblickend, kann ich nur staunen:
- Welche Fortschritte hat die Technik gemacht!
- Wie stark hat die Feuerwehr an Fachwissen, Ausbildungsstand, kurz: an
Professionalität zugelegt!
- Wie sehr haben sich die Gemeinschaft und Kameradschaft weiterentwickelt! Die
Aufgaben und Qualifikationen der Feuerwehr haben sich immer weiter
differenziert. Alleine kann keiner mehr was ausrichten. "Einer für alle, alle
für einen!"
- Und durch die Einführung der Jugendfeuerwehren vor etwa einer Generation ist
die Feuerwehr zu einer praktischen Schule der Nächstenliebe geworden. Es ist
nicht die einzige, aber eine unersetzbare.
"Dem Nächsten zur Wehr!" - das war nicht nur Motto. Danach habt Ihr gehandelt.
Und danach werdet Ihr und eure Kinder und Enkel und Urenkel hoffentlich auch in
den nächsten 125 Jahren handeln!
(2) Nun zur ersten Hälfte Eures Wahlspruches: "Gott zur Ehr!"
Mit dem Spruch ist auf den ersten Blick schwerer etwas anzufangen. Das ging mir
auch so. Die andere Hälfte ist handgreiflicher, anschaulicher. Dennoch:
Irgendetwas haben sich ja wohl unsere Vorfahren bei dem Spruch gedacht! Drei
Annäherungsversuche, was es heißt "Gott zur Ehr".
Erster Versuch: Wenn es richtig brennt, zeigt das Feuer eine Macht, die weit
über die Kräfte des Einzelnen, auch einzelner Feuerwehren geht (Stichwort
Waldbrand und Feuersturm). Ebenso ist es bei Überschwemmungen: Manchmal sind wir
der Gewalt des Wassers mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert.
Da sind Mächte und Kräfte am Werk, die sind übermenschlich. Gleich, ob wir
sagen: "Hier zeigt die Natur ihre Kraft" oder: "Hier offenbart sich der Schöpfer
mit seiner Macht und Gewalt." Die Wirkung ist dieselbe: Wir erleben, wie klein
und schwach wir sind. Wir spüren Furcht oder Ehrfurcht.
Oft fragen sich Menschen in diesem Zusammenhang: "Warum schickt Gott solche
Naturkatastrophen? Warum lässt er zu, dass dabei Unschuldige Menschen, kleine
Kinder zu Tode kommen und halbe Kontinente im Wasser versinken?"
Indem sie so fragen, geben sie Gott die Ehre des allmächtigen, auch
unberechenbaren und willkürlichen Schöpfers und Vernichters des Lebens. Das ist
nicht mehr der liebe Gott aus dem Kindergottesdienst. Da ist Vorsicht angesagt.
Zweiter Versuch: Heutzutage aber gehen immer mehr Katastrophen, Brände, Unfälle
auf menschliche Fehlleistungen und Schuld zurück, kommt menschlicher Leichtsinn
und Dummheit ins Spiel, entstehen tragische Verkettungen kleiner, oft kleinster
Fehler und Zufälle, die im großen Desaster enden.
Auch hier höre ich immer wieder die Frage: Warum konnte das geschehen? Oder:
Warum kann Gott, der doch so allmächtig ist, das zulassen? Oder noch schärfer:
Warum hat uns Gott nicht besser geschaffen? Warum sind wir so schwach, dumm,
leichtsinnig, kurzsichtig usw.?"
Auch indem man so fragt, gibt man Gott die Ehre des allmächtigen, auch
unberechenbaren und willkürlichen Schöpfers und Vernichters des Lebens. In der
Nähe eines solchen Gottes, kann es einem schon ganz schön unheimlich werden. Da
ist nicht Gut-Sein!
Folge: Besser sich dem nicht aussetzen, dem nicht mehr ausgeliefert zu sein! Das
ist eine Tendenz der letzten ein- bis zweihundert Jahre. In dieser Zeit gingen
die Menschen auf eine nie gekannte Art und Weise daran, die Welt zu beherrschen
und sich untertan zu machen. Die Zeit auch, in der die Feuerwehren gegründet
wurden.
Die Menschen stellten fest: Wir müssen nicht mehr alle Katastrophen als
gottgegeben oder als Schicksal, gar als Strafgericht hinnehmen (so wie es heute
noch in anderen Kulturen und Religionen der Fall ist). Wir können und sollen um
unser Leben und das der anderen kämpfen. Wir können und sollen uns schützen. Wir
bauen Dämme und Brandschutzmauern, erweitern den Abstand zwischen den Häusern.
Wir bauen immer bessere Feuerwehrautos, Krankenhäuser und Rettungswagen (das
Rote Kreuz gehört in dieselbe Bewegung mit hinein).
Mit anderen Worten: Wir können Gott ein Schnippchen schlagen! Wir entziehen uns
dem, was bis vor kurzem noch als Strafgericht eines allmächtigen und ungerechten
Herrn der Welt erlebt wurde. Wir können Gott ein Schnippchen schlagen,
jedenfalls immer mal wieder!
Wieso also noch Gott die Ehre geben?
Deshalb ein dritter Versuch: Wir geben Gott die Ehre, wenn wir um's Leben
kämpfen. Wir sind seine "Mitarbeiter" (so nennt der Apostel Paulus mal die
Christen), wenn wir das Leben, das Gott schuf, bewahren und retten helfen, jeder
und jede mit sein oder ihren Gaben und Fähigkeiten.
Wir geben dem die Ehre, der so etwas Wunderbares wie Menschen geschaffen hat.
Jeden anders, jeden individuell, jeder unersetzbar. Keiner soll vor der Zeit
gehen. Aber wann ist das der Fall?
Solange wir hier auf Erden sind, wissen wir ja nie genau, was Gottes Wille ist:
Wollte Gott jemanden zu sich holen? Wollte er jemanden durch einen Unfall oder
eine schwere Krise, durch irgendetwas Besonderes auf seinem Lebensweg, auch
durch Krankheiten, auf einen neuen Weg bringen? Auch das gibt es.
Oder wollte er, dass wir Feuerwehrleute aktiv werden und helfen und retten
können und dabei unsere Kraft und Stärke spüren? Oder wollte er unseren Stolz
ein wenig dämpfen und uns unsere Grenzen aufzeigen? Auch das ist ja manchmal
nötig.
Die Fakten sind nie eindeutig. Es kommt auf unsere Einstellung, die wir mit in
die Situation hineinbringen: Erwarten wir einen willkürlichen unberechenbaren
Gott? Oder einen, der es letztlich - im Letzten - gut mit uns meint?
Wenn wir einen Toten zu bergen haben, wird das besonders deutlich. Diese Aufgabe
ist mit das Schwerste im Feuerwehrdienst. Wir werden mit dem Tod, dem von nahen
Angehörigen, Freunden, Nachbarn, auch mit unserer eignen Todesangst
konfrontiert. Das ist das eine. Aber indem wir jemanden bergen und ihm einen
Abschied in Würde ermöglichen, tun wir das, was im Mittelalter eins von sieben
Werk der Barmherzigkeit genannt wurde.
Diese Kultur der Barmherzigkeit darf in unserer immer kommerzieller werdenden
Gesellschaft nicht verloren gehen. Es kann nicht alles in den
Dienstleistungssektor überführt werden, schon gar nicht auf dem Land. Sonst
landen wir in der tiefster Inhumanität. Und das ist wahrlich nicht Gottes Wille
für uns Menschen.
(S) Ich denke, das will uns die Geschichte vom barmherzigen Samariter auch
lehren. Einem Menschen in Not beizustehen, ist auch eine Art Gott zu ehren.
Oder umgekehrt. Wer Gott liebt, unsern Schöpfer, der wird auch alle Geschöpfe,
die Tiere ebenso wie die Menschen ohne Ansehen der Person, lieben und bewahren
und achten. Für den ist es jedenfalls nicht sofort ausgemacht, dass Gott nur der
böse und willkürliche Allmächtige ist. So mag er uns bisweilen erscheinen - das
ist aber nicht sein Wesen. Das ist nicht sein letzter Wille, wie ihn Jesus uns
hinterlassen hat.
Deshalb hat das Motto zwei Hälften. Deshalb stehen auch beide Gebote, das der
Gottes- und das der Nächstenliebe, in der Geschichte vom barmherzigen Samariter.
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele,
von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst«
In diesem Sinn also, liebe Kameraden, liebe Gemeinde, gilt beides, denn eins
erläutert das andere: "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!" - mindestens 125
weitere Jahre.
Und der Friede....
Dr. Thomas Zippert
LITURGIE
125 JAHRE FEUERWEHR FRIEDA
Festgottesdienst am 13.6.99
Begrüßung
Lied EG 156
Vorbereitungsgebet:
Wir feiern 125 Jahre Feuerwehr in Frieda.
125 Jahre Dienst für den Nächsten - Gott zur Ehr.
Vieles ging uns bei der Vorbereitung durch Kopf, Herz und Sinn.
Vieles bewegt uns auch jetzt:
Einsätze, Übungsstunden, Feste, Hilfeleistungen für die Dorfgemeinschaft
Vor Dich bringen wir,
- was uns belastet
- wofür wir danken
- und was wir für uns erbitten.
Lass Deinen Heiligen Geist in uns lebendig werden. Amen.
Lied EG 447, 1.4.6.7
PSALM (EG 736)
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn: Meine
Zuversicht und
meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
Er wird dich mit seinen Fittichen
decken,
und Zuflucht wirst du haben unter
seinen
Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen
der Nacht,
vor den Pfeilen, die des Tages
fliegen,
vor der Pest, die im Finstern
schleicht,
vor der Seuche, die am Mittag
Verderben bringt.
Denn der Herr ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem
Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen
Stein stoßest.
Über Löwen und Ottern wirst du gehen
und junge Löwen und Drachen niedertreten.
"Er liebt mich, darum will ich ihn
erretten;
er kennt meinen Namen, darum will ich
ihn
schützen.
Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei
ihm in der Not,
ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Ich will ihn sättigen mit langem
Leben:
und will ihm zeigen mein Heil."
Ps 91,1-6.9-16
Aufforderung zu Bittruf und Lobpreis:
Auch wenn Engel uns auf unseren Wegen behüten,
auch wenn Schutzengel mit uns zum Einsatz ausrücken,
haben wir Angst
flackern Erinnerungen durch unsern Kopf
plagt uns Stress
machen wir Fehler, große oder kleine.
Darum rufen wir Gott um Erbarmen:
Kyrie ....
Gottes Engel behüten uns auf unseren Wegen.
Meist kommen wir heil zurück.
Meist konnten wir helfen.
Wir konnten Leben retten und Schaden von unserem Nächsten abwenden.
Darum loben wir Gott und singen:
Gloria ....
Tagesgebet:
Heiliger Gott,
dein Name wird dort geehrt,
wo Notleidenden gedient, Hilflosen geholfen wird
und Ohnmächtige geachtet werden.
Lass uns unseren Nächsten mit derselben Zuwendung und Liebe dienen
derer auch wir bedürfen, im Einsatz wie im Alltag,
so dass dein Gebot in der Liebe erfüllt wird,
Das bitten wir dich durch Jesus Christus....
Lesung Lukas 10,25-37
Credo
Lied EG 413, 1-4 oder 412, 1.2.4.7
Predigt (s.o.)
Lied EG 632, 1.3.4 (oder 317,1-3)
Fürbittengebet zum 125jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Frieda
13.6.99
1. Lasst uns Dank und Bitten vor Gott bringen. Dazu erheben wir uns.
Herr, wir blicken auf 125 Jahre Feuerwehr in Frieda zurück.
Wir danken für das Engagement, die Einsatzbereitschaft und den Zusammenhalt der
Fried'schen Feuerwehrmänner und -frauen.
Jeder hat seine Gaben und Fähigkeiten zum gemeinsamen Wohl aller eingebracht.
Wo sie konnten, haben sie geholfen, dem Nächsten das Leben zu retten,
Haus, Hof und Fabrikanlagen zu bewahren
oder schlimmere Schäden zu verhüten.
Bisweilen haben sie ihr Leben und ihre Gesundheit für andere riskiert.
Wir bitten Dich:
Gib uns auch in Zukunft
Kraft und Ausdauer,
Fantasie und Kompetenz,
Mut und Gelassenheit,
um unserem Nächsten so professionell wie möglich beizustehen.
Behüte und beschütze uns bei all unserem Tun,
dass wir gesund an Leib und Seele vom Einsatz zurückkehren.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich.
2. Jeder Einsatz erfordert höchste Konzentration und volle Aufmerksamkeit.
Um gut arbeiten zu können,
brauchen wir gute, verlässliche und bewährte Zusammenarbeit.
Jeder muss sich auf die anderen verlassen können:
"Einer für alle - alle für einen."
Wir bitten Dich:
Stärke und festige unsere Kameradschaft.
Fördere den Teamgeist.
Lass jeden seine Fähigkeiten entdecken und entwickeln.
Und hilf uns, gut mit Konflikten umzugehen.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich.
3. Manche Einsätze haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt.
Bilder vom Einsatz verfolgen uns noch lange Zeit,
Gesehenes und Gehörtes belastet uns
manchmal bis in unsere Träume hinein.
Wir bitten Dich:
Nimm von uns, was unsere Seele belastet.
Hilf uns erkennen, was uns Erleichterung verschafft.
Gib uns den Mut, darüber zu sprechen
zu Dir, zu unseren Kameraden oder unseren Partnern und Freunden.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich
4. Manchmal ist unserm Tun kein Erfolg beschieden.
Es bleibt uns nur noch übrig,
tote Angehörige, Kinder, Freunde, Kameraden oder Nachbarn zu bergen
und die Hinterbliebenen zu trösten
- auch hier in Frieda -.
Wir bitten Dich:
Gib uns die Kraft, den Misserfolg, die Ohnmacht und die Hilflosigkeit
auszuhalten.
Nimm uns die Angst vor dem Tod,
damit wir die Toten in Würde aus dieser Welt verabschieden können.
Steh uns bei in unserer Trauer,
wenn uns die Stimme versagt und wir nicht mehr weiterwissen.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich
5. Wir könnten uns nicht für unseren Nächsten einsetzen,
wenn nicht andere zuhause und am Arbeitsplatz unsere Arbeit übernehmen.
Ehepartner und Arbeitskollegen halten uns für unser Engagement den Rücken frei.
Sie stärken uns, weil wir bei ihnen ein offenes Ohr oder stummes Verstehen
finden.
Wir bitten Dich:
Hilf uns, ihnen zu danken, was sie mittragen.
Lass uns erkennen, wenn wir uns verausgaben und es übertreiben,
Gebiete uns Einhalt, wenn wir ihre Kräfte über Gebühr beanspruchen.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich
6. Kameraden vor uns haben uns den Weg bereitet,
Dank ihnen haben wir unseren heutigen Ausrüstungs- und Kenntnisstand.
Dankbar blicken wir auf ihr Werk zurück.
Immer wieder verlieren Feuerwehrleute und andere Mitarbeiter im Rettungsdienst
im Einsatz ihr Leben. Das ist unsere größte Angst.
Wir bitten Dich:
Lass die Toten in Deinem Frieden ruhen.
Hilf uns, ihr Werk in Ehren zu halten und weiterzuentwickeln.
Nimm auch uns in Dein Reich auf, wenn Du unserem Leben ein Ziel gesetzt hast.
Wir rufen gemeinsam:
Herr, erbarme Dich
7. In der Stille legen wir in Gottes Hände, was uns persönlich das Herz bewegt.
(...)
Vater Unser
Bekanntmachungen
Segen
Lied EG 321
Auszug
Erstellt von Pfarrer Dr. Thomas
Zippert.
Für das Internet bearbeitet von Hanjo
v.Wietersheim
am 14.06.99.
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