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Predigt/Meditation über die Rettungsleine

Meditatives Element: Seil / Leine

Der Einsatz von Seilen bzw. Leinen ist in der Feuerwehr alltäglich. Zum einen werden sie zur Sicherung von Geräten verwendet, die so genannten „roten Arbeitsleinen“, andererseits dient die weiße Rettungsleine zur Sicherung von Personen.
Ich darf Sie nun bitten, die Säckchen durch die Reihen gehen zu lassen, so dass jeder mindestens eine Hand an der Leine hat.  – kurze Stille, während die Leinen durch die Reihen gehen – 

Jeder von den hier anwesenden Feuerwehrfrauen und –männern weiß um den Gebrauch solcher Seile bzw. Leinen. Es gehört sozusagen zur Grundausbildung zu erlernen, wann man wie die Leine in Verbindung mit dem entsprechenden Knoten verwendet. Beispielsweise das Anlegen der Leine mit dem Rettungsknoten beim Sichern von Personen oder der Mastwurf bei der Sicherung der Saugleitung.

Doch verlassen wir einmal den rein feuerwehrtechnischen Einsatz einer solchen Leine. Laut Definition bedeutet Seil bzw. Leine: „Ein aus Fasern gedrehtes langes Gebilde.“  Sie ist also aus unzähligen einzelnen Fäden gedreht, damit ein dickes und somit auch absolut stabiles Seil herauskommt. Ist dies nicht ganz genauso der Fall im Bereich der Feuerwehren? Auch dort entsteht aus zahlreichen Einzelpersonen, die sich ihren Fähigkeiten entsprechend einbringen, eine schlagkräftige und hochmotivierte Truppe die sich 365 Tage im Jahr / 24 Stunden am Tag in den Dienst der Allgemeinheit stellt.

Wenn ich so durch die Reihen blicke fällt mit das Stichwort: „Alle ziehen an einem Strang“ ein und dieser Strang hält auch etwas aus, er zerreißt nicht beim ersten Mal.  Wenn wir diese Leine einmal ganz bewusst mit unseren Händen umfassen, können wir diese Stabilität und dieses „Aushalten von Lasten“ buchstäblich begreifen. Dieses ist ein Gefühl von: wir halten zusammen; wir wissen, in welche Richtung es gehen soll; wir sind eine Gemeinschaft die miteinander durch „Dick und Dünn“ geht. Ich glaube diese Denk-Ansätze sind gerade in der Feuerwehr unheimlich wichtig. Vor allem in schwierigen Situationen, sei es z. B. bei einem tödlichen Unfall oder bei einem tagelang andauernden Hochwassereinsatz, ist eine intakte Gemeinschaft, in der ich reden darf, verstanden werde und in der alle an einem Strang ziehen eine große Hilfestellung.

So wünsche ich allen Feuerwehrfrauen und –männern, dass Sie sich von Zeit zu Zeit mal „abseilen“ von der Wehr, jedoch nie den „Faden dazu verlieren“.


Für das Internet bearbeitet von Hanjo v.Wietersheim am 08.05.2004

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