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Offizielle Einweihung der RLST Hof,
13. November 1998
Sehr geehrte Damen und Herren,
... (wer?!),
wenn jemand neu in ein Haus einzieht, da gab (und
manchmal gibt es das heute noch) einen Brauch: da kommen dann die Nachbarn oder
Freunde, und bringen Brot und Salz. Brot zur Stärkung, denn so ein Umzug kostet
Kraft. Und Salz, damit man auch gleich etwas zum Würzen hat, denn vielleicht ist
das Salzfass (das es früher gab) noch nicht an seinem Platz, und sonst wird das
Essen fad.
Brot und Salz ich habe Ihnen heute beides mitgebracht. Und ein Päckchen Butter
gleich noch dazu...
Der eigentliche Umzug ist zwar schon vorüber. Aber eine Stärkung (neben einem
starken Kaffee in gewohnter Leitstellenqualität) manchmal braucht man so etwas
schon. Und nicht nur, wenn es wieder einmal dick kommt. Und das Telefon nicht
stillsteht, alle Fahrzeuge schon draußen sind...
Stärkung, bzw. Hilfe dafür ist diese RLST hier so geplant und eingerichtet
worden. Stärkung, bzw. Hilfe die Menschen, die hier oft anrufen, brauchen sie.
Ob beim Krankentransport, in der Notfallrettung oder beim Notarzteinsatz... Von
den Entscheidungen hier hängt dann manchmal auch viel ab, sehr viel. Genauso wie
von den Entscheidungen draußen..
Stärkung und Hilfe manchmal freilich, da kommt solche Hilfe dann auch zu spät.
Oder es fehlt die Zeit für´s Zuhören, für die seelischen Wunden, die oft genug
bei Unfällen und Ähnlichem auch geschlagen werden. Sei es bei Angehörigen,
manchmal aber auch den eigenen Leuten.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, und mich einfach
dafür bedanken, dass es die Leitstelle im Oktober '94 übernommen hat, auch die
Alarmierung Notfallseelsorge mit zu übernehmen. Zuerst für den Landkreis Hof,
seit einem Jahr auch für Selb/Wunsiedel. Nicht nur für den Rettungsdienst und
das BRK, sondern auch für die anderen Hilfsorganisationen und die Polizei. Und
damit letztlich für die Menschen unabhängig von Weltanschauungen und
religiöser Zugehörigkeit.
Hilfe zu leisten das geht oft nur in der
Zusammenarbeit. Es war besonders anfangs sicher für manche eine Umstellung: was
sollen denn Pfarrer/innen jetzt hier. Und für uns in den Gemeinden auch, mit so
einem "Piepser" bzw. Mobiltelephon bei der wochenweisen Bereitschaft umgehen zu
lernen... Dass dies wichtig ist mancher Einsatz hat das deutlich gemacht. Und
in manchem Gespräch, z.B. draußen in den Bereitschaften oder im Rettungsdienst,
da merke ich immer wieder das Interesse an Fragen der Betreuung Hinterbliebener,
unverletzter Beteiligter...
Stärkung und Hilfe über diese Leitstelle, durch die
Arbeit der Menschen hier. Ich soll Ihnen dazu die Grüße ausrichten der
kirchlichen Dekanate in diesem Bereich: von Dekan Pfister von der kath. Kirche
Dekan Fleischmann aus Naila, von Dekan Weiß aus Hof, "meinem Münchberger
Bereich", vom Bereich Selb und Wunsiedel.
In einem Segensgebet, das für Einweihungsfeiern bei
öffentlichen Einrichtungen gedacht ist, heißt es: "Herr Gott, wir danken Dir,
dass wir den Bau dieser Einrichtung unter deinem Schutz vollenden konnten. Wir
bitten dich: segne alle Arbeit, die hier für das öffentliche Wohl getan wird.
Erfülle alle, die hier Verantwortung tragen, mit Klugheit und Einsicht, Tatkraft
und Verständnis für die Menschen. Sende ihnen deinen Geist, dass sie gerecht und
hilfsbereit handeln. Gib, dass wir unter deinem Schutz sicher und in Frieden
leben können. Wir bitten dich durch Jesus Christus unserem Herrn."
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und
Gottes Segen für Ihre Arbeit hier.
Erstellt von Pfarrer Peter Peischl
am 13.11.1998
Für das Internet bearbeitet von Hanjo
v.Wietersheim
am 29.11.98.
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