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Gedanken zur Standartenweihe
anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der FF
Seitenbuch
Ich will es ehrlich sagen: Als mir Pfr. Meyer sagte,
es gebe heute auch eine Standartenweihe, da habe ich mich und ihn gefragt, ob
ich das denn machen müsse. Ich gehöre ja noch zu denen, die gesungen haben:
,,Ja, die Fahne ist mehr als der Tod" und solche Lieder. Das war meine erste
Erinnerung: Stundenlang stehen und Fahnenwache halten, während andere spielten
oder lasen oder Schwimmen gingen.
Doch dann habe ich angefangen, neu nachzudenken. Das
alles ist ja lange her und ich denke, vielen ist das nicht mehr bewusst, was da
im Namen einer Fahne, dieser Fahne mit dem Hakenkreuz, mit uns und ihnen gemacht
wurde.
Eine Fahne, eine Standarte kann ja auch etwas ganz
anderes sein: Die Fahne des Roten Kreuzes gewährt Schutz. Wo sie weht, soll
geholfen werden. Sie ist ein Zeichen, das mitten in Kampfhandlungen zeigen soll:
Hier wird leidenden Menschen geholfen. Sie sagt: ,,Macht einen Bogen um die, die
unter dieser Fahne herumlaufen." Oder sie kann anzeigen, wer zu einer Gruppe,
einem Volk gehört. Wenn bei der Olympiade die Nationen einmarschieren, zeigt die
Fahne, die voran getragen wird: Das sind die Franzosen, das sind die Japaner,
das sind die Niederländer.
Eine Fahne, eine Standarte ist ja auch ein Zeichen der
Gemeinschaft. Und solche Zeichen der Gemeinschaft sollen auch schön sein. Und
diese ist es. Ein Zeichen für die Freiwillige Feuerwehr Seitenbuch. "Das sind
wir" sagt sie denen, die hinter ihr hergehen. Und wenn Sie sie marschieren, dann
sollen sie denken: "Dies Zeichen ist unser Zeichen. Wir gehören dazu und wir
haben uns zusammengetan, weil wir anderen Menschen helfen wollen und weil wir
untereinander Gemeinschaft halten wollen." ,,Das sind wir, die Freiwillige
Feuerwehr Seitenbuch. 100 Jahre gibt's uns jetzt schon. Was haben wir, was haben
die Alten alles erlebt Und so soll es auch bleiben. Gott zur Ehr, dem Nächsten
zur Wehr!"
Diese Standarte soll Sie alle auch daran erinnern,
dass Sie heute gesegnet worden sind. Sie, die Feuerwehrmänner (und Frauen?) von
Seitenbuch.
Und so wollen wir sie denn in diesem Gottesdienst in
Gebrauch nehmen als Zeichen der Gemeinschaft, die Sie haben und als Zeichen,
dass Gottes Segen auf Ihnen liegt und Sie instand setzt, ihre Arbeit zu tun, zu
löschen wo es brennt, zu helfen, wo es nötig ist und gemeinsam zu feiern, wenn
die Zeit dazu ist.
Wir beten:
Gott, du unser Vater, du hast uns berufen füreinander
da zu sein, zu helfen, wo es Not ist und das gemeinsam zu tun. Dafür soll diese
Standarte ein Zeichen sein. Wir danken dir, dass du uns segnest und auch in
Gefahr bei uns sein willst. Behüte uns und stärke die Gemeinschaft bei der
Arbeit und beim Feiern
So segne nun Gott alle, die zur Feuerwehr gehören in
besonderer Weise.
Gott segne euren Ausgang und Eingang, er gebe euch
Kraft und den Willen, euer Werk zu tun. Das verleihe euch der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Pfarrer i.R. G. Wagner, Burghaslach
Für das Internet bearbeitet von
Hanjo v.Wietersheim am 12.07.1998
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