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Viel Arbeit für NOAH im Jahr 2003

Im Februar 2003 veranstalteten wir einen Workshop mit dem Titel „Opfer- und Angehörigenhilfe nach schweren Unglücksfällen und Terroranschlägen“, um uns von Betroffenen beim Aufbau unserer Koordinierungsstelle beraten zu lassen. Teilnehmende waren Betroffene und Hinterbliebene des Flugschau-Unglücks von Ramstein, des Absturzes der Birgen-Air-Passagiermaschine vor Puerto Plata, des Concorde-Absturzes, des Terroranschlags am 11. September auf das World-Trade-Center und des Terroranschlags auf Djerba. Nach Beginn des Irak-Krieges im März 2003 erhielten wir den Auftrag, Personen, die aus Kuwait evakuiert wurden, auf dem militärischen Teil des Köln/Bonner Flughafens in Empfang zu nehmen und eine erste Betreuung zu organisieren. Am 8. Mai 2003 verunglückte ein deutscher Reisebus in Ungarn bei Siófok. NOAH übernahm unmittelbar nach Bekannt werden des Unglücks die Koordination psychosozialer Unterstützung im Inland. Es entwickelte sich daraus eine kontinuierliche Betreuung vieler Betroffener und Hinterbliebener. Mitte Mai 2003 luden wir zum zweiten Workshop „Opfer- und Angehörigenhilfe nach schweren Unglücksfällen und Terroranschlägen“ ein. Teilnehmende waren wiederum Betroffene und Hinterbliebene, aber auch Vertreter der Evangelischen und Katholischen Kirche, des Trauerinstituts Deutschland e.V., des Auswärtigen Amtes sowie der Vorsitzende des „National Transportation Safety Board“ (NTSB), einer Organisation in den USA, die ähnliche Zielsetzungen wie NOAH hat. Am 17. Mai 2003 verunglückte ein zweiter deutscher Reisebus im Ausland, und zwar in Frankreich nahe Lyon. Wieder übernahm NOAH bereits in der Akutphase die Koordination psychosozialer Unterstützung im Inland. Auch hier erfolgt seitdem eine kontinuierliche Betreuung von unmittelbar Betroffenen und Hinterbliebenen.

Ende Mai 2003 kehrte eine erste Gruppe der in Algerien entführten Deutschen zurück. NOAH war beim Empfang der befreiten Geiseln auf dem militärischen Teil des Köln/Bonner Flughafens dabei. Das Betreuungs- und Beratungsangebot von NOAH wird seitdem von den meisten Betroffenen und ihren Familien überwiegend in administrativen Angelegenheiten wahrgenommen. Am 7. Juni 2003 verunglückte ein deutscher Reisebus in Italien bei Vicenza. Auch bei diesem Unglück übernahm NOAH eine koordinierende Rolle in der psychosozialen Hilfe. Zu einigen Betroffenen besteht bis heute Kontakt.

Ende Juni 2003 veranstaltete NOAH einen zweitägigen Auswertungsworkshop mit den an der Bewältigung der Busunglücke Siófok und Lyon beteiligten Stellen (BKA, LKA NI, Lagezentren der Innenministerien NI, NRW, SH, Bildungsinstitut der Polizei NI, ÖRAG GmbH, ASB-KIT München, DRK-KIT Cloppenburg, Notfallseelsorge aus SH, HH, NI, NRW). Die zweite Gruppe der in Algerien entführten Deutschen kehrte Mitte August 2003 nach Deutschland zurück. Auch diesmal war NOAH bei der Ankunft der freigelassenen Geiseln auf dem Köln/Bonner Flughafen dabei. Auch von dieser Gruppe und ihren Angehörigen wird das Betreuungs- und Beratungsangebot von NOAH gut angenommen. Im Vordergrund steht dabei die Informations-Vernetzung zur Rückführung der noch in Algerien in Verwahr genommenen Fahrzeuge sowie Probleme von Betroffenen im Zusammenhang mit den erhaltenen Kostenbescheiden. Durch den Bekanntheitsgrad, den NOAH mittlerweile hat, erhielten wir im Verlaufe des Jahres 2003 zahlreiche Vortragsanfragen und andere Einladungen zum Gespräch und Erfahrungsaustausch.

Viele Anbieter psychosozialer Unterstützung nahmen Kontakt zu NOAH auf und stellen ihre Konzepte und Arbeiten vor. Auch erhielten wir viele Anfragen aus allen Bundesländern zu Anbietern, Ausbildungsmöglichkeiten und Qualitätskontrollen psychosozialer Hilfen.

Wir haben uns sehr gefreut, dass wir im Herbst eine Stelle bei NOAH ausschreiben konnten. Personell verstärkt geht unser Team in das Jahr 2004.


Anmerkung: Noch nicht eingearbeitet sind die Tätigkeiten von NOAH anlässlich des Busunglücks in Belgien am 20. Dezember 2003

Für das Internet bearbeitet am 28.12.2003 von Hanjo v. Wietersheim

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