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VorwortReligion und damit auch Religionspädagogik ist ein wichtiger Teil im Leben eines jeden Menschen. Es geht um unsere Beziehung zu Gott und damit zugleich um alle Dimensionen unseres Daseins. In allen Bereichen des Lebens kann die helfende Zuwendung Gottes erfahren werden. In guten Zeiten fällt es verhältnismäßig leicht, Gott zu loben und zu danken, Gemeinschaft zu erleben und sich darüber zu freuen. Was aber ist, wenn schwere, leidvolle Erfahrungen ins Leben hereinbrechen? Was heißt es hier, religionspädagogisch zu handeln? Angesichts solcher Belastungen zeigt sich viel Hilflosigkeit. Wie sollen wir mit trauernden Kindern und Eltern sprechen? Je mehr wir diese Herausforderungen in "guten Tagen" von uns wegschieben, desto größer wird die Angst, plötzlich vor ihnen zu stehen. Aber es gilt auch umgekehrt: Je mehr wir dazu bereit sind, uns auf dieses Thema einzulassen, desto geringer wird die Angst vor dem eigenen Unvermögen, mit solchen Situationen angemessen umzugehen. Genau das ist das Ziel dieser Arbeitshilfe 7 des religionspädagogischen Förderprogramms Bayern. Die Autorin und der Autor, die in diesem Bereich viele Erfahrungen gesammelt haben, nehmen uns gleichsam an die Hand, um uns sicher und behutsam durch die Fragenkreise des Umgangs mit Trauernden, vor allem trauernden Kindern zu führen. Freilich ist es nicht das Ziel, empfundene Hilf- und Ratlosigkeit, eigenes Betroffensein in geschäftige Aktivitäten zu verwandeln. Sondern es geht vielmehr darum, die eigene Hilflosigkeit aushalten zu können und gerade so den Trauernden nahe zu sein. Darum geht es in der Arbeitshilfe immer wieder: solche Nähe aktiv zu gestalten. An verschiedenen Stellen tauchen "Mutmachgeschichten" auf, die ganz konkret davon erzählen, wie sich Scheu überwinden lässt und Nähe erlebt und geschenkt werden kann. Kennzeichnend für diese Reihe Religionspädagogischer Arbeitshilfen ist die enge und schlüssige Verbindung von Theorie und Praxis. Das gilt auch für das vorliegende Heft. Es werden viele grundlegende Einsichten vermittelt, übersichtlich und gut lesbar. Und sie werden eingebettet in Geschichten, die vom Umgang mit Trauernden erzählen. Neben den Hilfestellungen für die Begegnung mit trauernden Menschen gibt das Heft auch viele Anregungen, die Themen Abschiednehmen, Trauer, Leid, Sterben und Tod stärker ins alltägliche Leben mit hineinzunehmen, das "abschiedlich Leben" in die sonstigen Lebensvollzüge zu integrieren. So finden wir auch hier wieder die für die ganze Reihe bestimmende Situationsorientierung. Es gilt, den bedrängenden aktuellen Situationen der Trauer gerecht zu werden, aber auch einfühlsam Situationen zu wecken und zu gestalten, in denen solche Erfahrungen erspürt und bedacht werden können. Und wie auch sonst in diesen Arbeitshilfen werden theologische Bezüge von den menschlichen Erfahrungen her entfaltet. Dabei ergeben sich mancherlei Verbindungen zu den bisher erschienenen Heften, vor allem in den Fragen nach Gott (Heft 6), dem Beten (Heft 2) und dem Erzählen (Heft 1). So rundet sich nach und nach das Gesamtbild religionspädagogischer Aufgaben und Möglichkeiten, der Klärungen und konkreten Hilfestellungen, die untereinander in engem Zusammenhang stehen und mit den beiden noch ausstehenden Heften zu den Themen "Schöpfung" und "Jesus Christus" ihre Ergänzung finden sollen.
Wir wünschen auch diesem Heft, dass mit den angebotenen
Klärungen und ermutigenden Anregungen die Bereitschaft zum Annehmen
religionspädagogischer Herausforderungen und Aufgaben wachsen möge, um der
Kinder willen, die uns anvertraut sind.
Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Bayern
Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Bayern Nürnberg, München, September 1997
Für das Internet bearbeitet am 13.04.99: |
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