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Feuerwehrseelsorge
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Unterrichtseinheit für die Truppmannausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr
Psychische Aspekte im Feuerwehrdienst

Dauer: ca. 45 min von Peter Peischl


Die (hohe) Motivation der Einsatzkräfte
Kernaussage: Positive Würdigung der Motivation und des Engagements in der FF.
Im folgenden soll es nicht nur um "äußere" Abläufe gehen, sondern auch um´s "innere Geschehen" bei Einsätzen.
Möglicher Einstieg: einen Piepser auslösen, Sirenengeräusch abspielen.... Impulsfrage: was löst das für Gefühle aus...


Hilfe für die "Opfer": Notfallseelsorge / Krisenintervention
Kernaussage: Die Betreuung von primär/sekundär Geschädigten durch die Hilfsorganisationen war und ist meist oft gut bis sehr gut!

Allerdings ist die Zeit der Betreuung begrenzt und manche Situationen überfordern die Einsatzkräfte. In solchen Situation bietet die Notfallseelsorge (bzw. in manchen Regionen Krisenintervention o.ä.) weiterreichende Hilfestellung für die betroffenen Menschen.
[HIER EIGNEN SICH AUCH DIE FOLIEN VON HANJO VON WIETERSHEIM]



Örtliche Situation Bayern / Landkreis Hof (Bereich des Verfassers): 
Im Landkreis Hof kann diese Unterstützung auch von den FF via Rettungsleitstelle angefordert werden. Den Dienst im Landkreis teilen sich evangelische und katholische Geistliche und die Christusbruderschaft Selbitz.

Für weitere Auskünfte über die Notfallseelsorge im Bereich des evang. Dekanates Hof steht auch Pfr. Dinter, Konradsreuth, als Ansprechpartner zur Verfügung. Im Bereich des Dekanates Münchberg Pfr. Peischl, Schwarzenbach/Saale (Tel. 09284/6402, E-Mail: Peter.Peischl@hof.baynet.de). Als Fachberater Seelsorge Pfr. F. Schäfer, Wüstenselbitz (09252/442).

Im Einsatzgeschehen und anderswo: Der "seelische Schutzschild"
Kernaussage: Wir sind kein "seelischer Leichtbau", sondern vertragen eine ganze Menge.
Was uns dabei hilft, könnte verglichen werden mit einem "seelischen Schutzschild" (ggf. als Beispiel ein Stück Blech).

Hilflosigkeit angesichts (eigener) Schwäche
Kernaussage: Die hohe Motivation nach außen hin kann eine "Schattenseite" haben: wer anderen helfen will, will "stark sein".
Dabei kann man u.U. eigene Schwächen und Bedürftigkeiten übersehen.

"Narben an der Seele"
Kernaussage: Einsätze sind nicht nur "Siegesgeschichten".
Manchmal kommt jede Hilfe zu spät. Diese Erfahrungen können den "seelischen Schutzschild" verkratzen, verbeulen bzw. auch durchlöchern. Es ist wichtig, dies wahrzunehmen und ernstzunehmen. Durch einen angemessenen Umgang mit der Belastung kann der Schutzschild wieder "heilen", intakt werden.
Erfahrung, neben sich zu stehen: Gefühle und Gedanken fallen auseinander, man steht neben sich... 


Seelische Belastungen durch Stress...
Kernaussage: Beim Einsatz kommen weitere belastende Faktoren hinzu, nicht nur durch die Anlässe selbst. 
Belastungen durch schnell nötige Entscheidungen beim Einsatz, organisatorisches Chaos, Unsicherheiten, ... Man steht unter Stress. Dieser Stress belastet im Übermaß "abbekommen" die eigene Leistungsfähigkeit und die innere Gesundheit und Stabilität.



Gefahren durch die "Posttraumatische Belastungsstörung"
Kernaussage: Wunden am "seelischen Schutzschild" können sich gleichsam auch entzünden. 
Eine mögliche Spätfolge ist die sogenannte "Posttraumatische Belastungsstörung". Sie treten ca ab 1 Monat nach dem entsprechenden Ereignis auf.

Niemand ist gefeit...
Kernaussage: Jeder kann durch Einsätze (im übrigen auch durch andere traumatische Erfahrungen) Schaden in sich davontragen. 
Solche Wunden sind unsichtbar, "schmerzen" aber nicht weniger und beeinflussen das Leben, die Lebensqualität. Von daher macht es Sinn, diese Risiken in den Blick zu bekommen bzw. zu behalten.


Prävention
Kernaussage: Übung macht den Meister.
Wer verschiedene Situationen schon einmal "bestanden" hat, wer sich und seine Fähigkeiten kennt, hat eine gute Grundlage. Dazu kommt das kameradschaftliche Gespräch. Gut wäre es, wenndie Erfahrung von Schwäche und Hilflosigkeit nicht als Versagen bewertet wird.

Nach einem schlimmen Einsatz... 
(Nachbesprechung, SBE, NFS)
Kernaussage: Wenn es dick gekommen ist, sollte Raum sein für eine Nachbesprechung.

Hilfreich kann es schon sein, anderen seine Erlebnisse, Gefühle und Gedanken mitteilen zu können. Ein Partner, der bereit ist zuzuhören, kann ebenfalls gut tun.

Daneben gilt das Angebot der NFS auch für die Einsatzkräfte (und nicht für primär oder sekundär Geschädigte). Dieses Angebot ist weltanschaulich und religiös offen. 

Zum dritten gibt es die Möglichkeit, bei besonders belastenden Einsätzen eine Einsatznachbesprechung anzusetzen. Die "Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen" (SBE) wird wohl vom Innenministerium in absehbarer Zeit bayernweit als Unterstützungsangebot eingerichtet werden. Die Anforderung erfolgt derzeit über die Christusbruderschaft in Selbitz.

Schlussbemerkung
Kernaussage: Keiner wünscht sich Situationen, in denen man das braucht. 
Und wenn doch: es gibt Möglichkeiten, die inneren Folgen solcher Belastungen zu lindern bzw. gar nicht erst aufkammen zu lassen.
Schlusswunsch: guten Dienst, erfolgreiche Arbeit und (als Pfarrer) Gottes Segen.



Erarbeitet von Peter Peischl, Fachberater Seelsorge im Landkreis Hof
Für das Internet bearbeitet von Hanjo v.Wietersheim, Fachberater Seelsorge im Landkreis Kitzingen am 13.02.99


Mit freundlicher 
Unterstützung  von: