SEE und SEE-gSE
SEE und SEE-gSE sind Methoden, um direkt nach einem
Einsatz erste stressbearbeitende Gespräche mit der Gruppe der Einsatzkräfte zu
führen. Sie setzen voraus, dass die Gesprächsleitenden entsprechend geschult
wurden und akute Belastungsreaktionen und posttraumatische Belastungsstörungen
sicher erkennen können.
Im Fall anhaltender Symptome müssen Fachleute hinzugezogen werden.
SEE und SEE-gSE sind kein Ersatz für SBE-Gespräche, Einzelgespräche oder
psychotherapeutische Maßnahmen.
Die Grundlagen für SEE und SEE-gSE finden wir im CISM
(Critical Incident Stress Management nach Mitchel). Diese konkrete Ausformung
habe ich von der Polizeiseelsorge Bayern übernommen und leicht für die anderen
Rettungsorganisationen modifiziert.
Wiesenbronn, d. 12. März 1999
Hanjo v.Wietersheim
Systematische, erlebnisbezogene
Einsatznachbesprechung (SEE)
- Zielgruppe: Alle Einsatzkräfte;
- Gruppengröße 4-8 Teilnehmer/innen bzw. die
Gruppe/Schicht, die miteinander gearbeitet hat;
- SEE findet unmittelbar nach dem Einsatz/der
Schicht statt, bevor die Kräfte entlassen werden bzw. der Dienst beendet wird;
- SEE wird von dem Vorgesetzten zusammen mit dem
jeweiligen Stellvertreter durchgeführt;
- Dauer ca. 15-30 Minuten.
- Das Prinzip der SEE sollte generell bei den
Rettungsorganisationen eingeführt werden und muß deshalb in die Ausbildung
integriert werden;
Durchführung SEE
Austausch, Exploration
Es wird ein Gruppengespräch geführt, über das, was
passiert ist.
Die Leiter/innen versuchen möglichst viele Gruppenmitglieder am Gespräch zu
beteiligen;
Nach 15-20 Minuten fassen die Leiter das Gespräch zusammen;
sie danken den Einsatzkräften für die geleistete Arbeit
Die Vorgesetzten sind bezüglich akuter
Belastungsreaktionen und posttraumatischen Belastungsstörungen sensibilisiert
und achten entsprechend ihrer Fürsorgepflicht verstärkt auf
Verhaltensveränderungen ihrer Mitarbeitenden.
Systematische erlebnisbezogene
Einsatznachbesprechung
nach einem Großschadensereignis (SEEgSE)
- Das Leitungsteam muss größer sein als bei der SEE;
- Ziel ist es einen Übergang zu finden vom
Schadensereignis hin zum normalen Alltag, es sollen Hilfen gegeben werden zur
Stressbearbeitung;
- Beginn unmittelbar nach dem Einsatz, bevor die
Kräfte entlassen werden;
- Dauer ca. 20-40 Minuten;
Phasen:
1. Einführung
Teamvorstellung, Grund des Zusammenkommens, Angebot
für weitere Hilfen, Prinzip der Vertraulichkeit;
2. Austausch, Exploration
Es wird ein Gruppengespräch geführt, über das, was
passiert ist, die Leiter/innen versuchen, möglichst viele Gruppenmitglieder am
Gespräch zu beteiligen, nach 15-20 Minuten fassen die Leiter/innen das Gespräch
zusammen)
3. Information
über Stresssymptome, die auftreten können,
Normalität der Reaktion wird immer wieder betont,
Hinweis auf Debriefing (SBE-Gespräch) geben,
Dank und Lob für die geleistete Arbeit,
man lässt sich die Telefonnummern der Teilnehmer geben und ruft binnen 24
Stunden an, um möglichen Bedarf für weitere Unterstützung abzufragen bzw. um den
Termin für ein SBE-Gespräch bekannt zu geben;
4. Rekreation
es kann sich ein lockeres Gespräch anschließen, bei
dem auch Essen und Trinken gereicht werden kann.
Die SEE gSE wird nur von geschultem Personal
durchgeführt.
(Einsatzkräfte und Seelsorger/innen mit SBE-Grundausbildung)
Für Rückmeldungen und Kommentare bin ich dankbar
Hanjo v.Wietersheim,
dienstlich:
Bürgerspital
Julius-Echter-Platz 7
97346 Iphofen
Tel.: 09323-5638
Fax: 09323-8765389
E-Mail:
mail@notfallseelsorge.de
Zuletzt überarbeitet von
Hanjo v.Wietersheim
am 12.03.99.
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