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Feuerwehrseelsorge
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Jochen M. Heinecke

Theologische Überlegungen
zur Seelsorge

in der akuten Notfallsituation


Inhaltsverzeichnis

0. Wo stehe ich?

1. Warum kann ich Notfallseelsorge machen?
Worauf kann ich mich verlassen? Eigne ich mich dazu?

1.1 Motivation zur Arbeit als Notfallseelsorger

1.2 Halt in der Arbeit als Notfallseelsorger

1.2.1 Die Zusagen des Vaters (Verheißung)

1.2.2 Die Befreiung durch den Sohn (Rechtfertigung)

1.2.3 Die Begabung durch den Geist (Taufe)

1.3 Eignung des Notfallseelsorgers

1.3.1 Die eschatologische Spannung aushalten

1.3.2 Mit offenen Karten spielen

1.3.3 Sich selbst beteiligen

2. Was sage ich in welcher Gestalt weiter?
2.1 Die Annahme als Voraussetzung der Notfallseelsorge

2.2 Die Kommunikation als Grundlage der Notfallseelsorge

2.3 Die Lebensrelevanz als Verpflichtung der Notfallseelsorge

2.4 Der Zukunftsgewinn als Chance der Notfallseelsorge

3. Wie gehe ich mit mir selbst um?

3.1 der Halt

3.2 die Routine

3.3 die Gemeinschaft

3.4 die Sorge für mich selbst


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0. Wo stehe ich?

Ich sitze in einem Fahrzeug der Feuerwehr. Mit Sondersignal fahre ich durch die Stadt. Der Einsatz heißt: "Nicht ansprechbare Person auf der XY - Straße; Notarzt fordert nach; dringend" Mehr weiß ich nicht. Als ich ankomme, finde ich aufgeregt hantierende Sanitäter, eine weinend auf- und abgehende Frau und zahlreiche glotzende Menschen vor. "Was mache ich nur?" schießt es mir durch den Kopf. Der Notarzt stellt mir die Weinende als Ehefrau vor. Hinsichtlich des Patienten wiegt er auf meine wortlose Frage mit dem Kopf. "Wie gehe ich mit der Ehefrau jetzt um?" frage ich mich. Ich nehme sie zunächst vor den Blicken in Schutz in mein Auto. Sie hat Angst. Der Arzt klappt die Tür vom Rettungswagen zu. Was kommt, sehe ich an seinem Schritt...

Ich stehe vor einer 11.Klasse im Religionsunterricht. Die Lehrerin hatte mich eingeladen in der Reihe über Tod und Sterben. "Wie stehen Sie dem Tod gegenüber?" fragt die 17jährige. "Was sagen Sie einem, der auf der Brücke steht und runterspringen will?" meldet sich ein Junge.

"Warum muss das ein Pfarrer machen, kann das nicht jeder andere auch: den Menschen beistehen und Ihnen Mut zusprechen?" fragt ein Rettungsassistent, der vorhat, in seinem Bereich Notfallseelsorge aufzubauen. "Wie verkraften Sie das alles?" fragt die Hörfunkredakteurin, "kriegen Sie da Routine?" "Warum machst du das eigentlich?", fragt mich meine Frau.

Fragen über Fragen - und mitten drin ich. Ich bin umgeben von Fragen, die von außen gestellt werden und die auf Methoden zielen. Ich werde gefragt nach Inhalten. Und ich bin eingebunden in Fragen, die nach innen zielen und auch von innen kommen: Fragen nach der Motivation, nach der Legitimation und nach der Hoffnung. Irgendwelche fernen Leute stellen mir Fragen, auf die ich mit etwas Übung relativ schlüssig antworten kann. Nahe Menschen und ich selbst werfen Fragen auf, in denen ich hängenbleibe.

Ich habe versucht, für mich diesen Fragen nachzugehen. Herausgekommen ist keine neue Theologie der Notfallseelsorge, kein handliches Rezept, keine Methodologie für Seelsorge in der akuten Notsituation, sonder der Versuch einer Ortsbeschreibung.

In Jena gibt es einen Ort, der heißt der "Stern". Man steht mitten im Wald und hat nach mehreren Seiten Schneisen an deren Ende man das eine oder andere sieht. Mancher Weg ist breit, ein anderer schmal, einer ist gut, ein anderer schlecht zu erkennen.

Ich möchte meinen Ort im Wald beschreiben und die Schneisen markieren, die ich sehe. Ich möchte die Orientierungshilfen angeben, die ich für mich erprobt habe und die Hilfsmittel benennen, die ich verwende. Ich möchte das tun unter der dreifachen Fragestellung:

Notfallseelsorge - Warum kann ich was wie tun?

Das Warum fragt zum ersten nach der Motivation und dem Grund auf dem ich stehe und selbst Halt habe. Das Was fragt nach den Inhalten. Das Wie fragt nach der Eignung und der Gestalt meines Tuns.

Das eine lässt sich nicht schadlos vom anderen trennen. Meine persönliche Hoffnung bestimmt den Inhalt meines Tuns, meine Motivation wird Gestalt finden in dem, wie ich rede und handle. Von daher wird die Gliederung der folgenden Teile bestimmt:

  1. Warum mache ich Notfallseelsorge? Worauf kann ich mich verlassen? Eigne ich mich dazu?
  2. Was sage ich in welcher Gestalt weiter?
  3. Wie gehe ich mit mir selbst um?
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1. Warum kann ich Notfallseelsorge machen? Worauf kann ich mich verlassen?
Eigne ich mich dazu?

1.1 Motivation zur Arbeit als Notfallseelsorger

Wenn ich an einem stillen Abend nach einem Einsatz noch einmal auf der Feuerwache vorbeischaue, wähle ich meist den Weg durch die Halle. Ich atme den Geruch nach Diesel und Öl. Ich sehe auf das glänzende Rot und das schimmernde Stahlblech der Fahrzeuge. Manchmal setze ich mich ins Fahrerhaus des Tankers oder betrachte die gewaltige Drehleiter. Ich sehe solche Technik gern. Ich spüre gern die Kraft und Potenz, die von ihr ausgeht.

Wenn ein Sondersignal in der Stadt ertönt, sehe ich mich um. Ach ja, da kommt ja der Rettungswagen vom DRK. Ich denke: "Wo sie nur wieder hinfahren. Hoffentlich mache die anderen alle Platz und es gibt nicht wieder so einen blöden Motorradfahrer, der vor ihnen herkurvt und ihre Fahrt behindert. Hoffentlich haben sie nicht wieder so einen vor sich, der vor lauter getönten Scheiben im Auto nichts sieht und vor lauter Techno-Bässen nichts hört." "Gute Fahrt!" möchte ich hinterherrufen. Und manchmal säße ich gern selbst mit drin.

Nach dem Einsatz: Wir - Notarzt, Sanitäter und ich - trinken einen Kaffee am Kiosk und reden noch ein bißchen. "Bis zum nächsten mal!" verabschieden wir uns. "Macht's gut!" Ich steige in mein Auto und fahre nach Hause.

Ich habe diese Situationen lieb gewonnen: Der Umgang mit Technik, die schnelle Fahrt mit Sondersignal, die Gemeinschaft der Helfer - die Ausstattung mit erhöhter äußerer Potenz und mit Vorrechten und das Gefühl, zu einem besonderen Menschenschlag, zu den Rettern, zu gehören. Diese Worte, die hier jetzt vielleicht hochgestochen klingen, relativieren sich für jeden, der damit zu tun hat. Und doch bleibt an ihnen für mich jedenfalls sichtbar, ein besonderer Glanz. Sie sind ein wichtiger Teil dessen, warum ich diese Arbeit machen will.

Ich denke, man muss dieses besondere Verhältnis dazu haben und man kann zu diesem besonderen Verhältnis stehen. Positiv gedeutet könnte dies ja auch ein bestimmtes Charisma sein, das den Zugang zu den verschiedenen Situationen im Rettungsdienst öffnet.

Die Amerikaner Everstine formulieren in ihrem Buch "Krisentherapie" aus ihrer Erfahrung in Kriseneinsätzen: "Wir wollen...sagen, dass ein Therapeut, der Krisenintervention betreiben möchte, unabhängig von seinem Alter, einen gewissen Sinn für das ´Abenteuer´ besitzen sollte."(S. 29) Das hat mir geholfen dazu zu stehen.

"Abenteuersinn" bedeutet auf der einen Seite all das, was ich oben beschrieben habe, andererseits verweist es auf eine andere wichtige Voraussetzung: Der Notfallseelsorger muss sich selbst in Frage stellen können und sich in Frage stellen lassen.

Keine Situation gleicht der anderen. Kein Raum ist wie der andere. Einmal arbeiten Sie auf dem Führerstand einer Lokomotive, einmal stehen Sie nachts oben auf einem Baugerüst, ein andermal sitzen Sie in einem kleinen überheizten Wohnzimmer oder Sie hocken auf einem Treppenabsatz. Sie haben schreiende und stumme, gesprächsfähige und apathische Gegenüber, Kinder oder Alte, Alkoholiker oder emeritierte Professoren gepflegte Witwen und halbnackte Verletzte. Und von alledem wissen Sie vorher nichts. Es gibt keine Sakristei, keinen Talar, kein Agende. Es gibt keine verabredete Sprache, keine innerkirchlich gewachsenen Spielregeln.

In diesen Lagen wird der "Abenteuersinn" wichtig, der es ermöglicht, sich in diese Zustände hineinzubegeben - ad hoc - ohne lange Vorbereitungen, ohne sichere Kenntnis des Verlaufs. Ich denke, man muss das gern machen zusammen mit den anderen Beteiligten, die mit ihren Aufgaben genauso in die Einsatzsituation hineinkommen. Abenteuersinn und Einsatzfreude sind an dieser Stelle nichts Verwerfliches. Man muss sich der Begeisterung für den Rettungsdienst und die Feuerwehr nicht schämen - es könnte ja sein, dass das gerade die Pfunde sind, die einem gegeben wurden um mit ihnen zu wuchern.

1.2 Halt in der Arbeit als Notfallseelsorger

Einsatzfreude ist wichtig - aber eben nur als ein Teil. Allein kann sie die Arbeit hohl machen, der platten Selbstbefriedigung Vorschub leisten. Wenn ich an der Einsatzstelle angekommen bin und allein bleibe mit der Oma und dem Opa, der nicht wiederbelebt werden konnte trotz aller Mühe und Technik des Rettungsteams, dann steht die Frage nach dem, was mich weiter hält. Wenn ich im Haus des Schwiegersohns stehe, an der Seite des Vaters, vor mir zwei ermordete Enkelkinder, eine ermordete Tochter und den Ehemann, der sich selbst aufgehängt hat, kommt es sehr darauf an, ob mich etwas hält - mich als Person und mich als Seelsorger.

Ich möchte nicht Punkte nennen, die mich verpflichten oder weisen. Manch einer wird seine Motivation vielleicht aus Matth. 25 und dem Verweis an die Kranken und Gefangenen begründen. Einer macht sich am Beispiel des barmherzigen Samariters fest. Ein anderer schöpft aus Jesaja 40,1: "Tröstet, ja tröstet mein Volk", spricht euer Gott.

Ich versuche, mich an den Ermöglichungen und Ermutigungen festzuhalten.

Ich erkenne drei Bereiche, aus denen mir Kraft zuwächst. Ich habe sie trinitarisch gegliedert:

1.2.1 Die Zusagen des Vaters (Verheißung)

"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde." (1Mos 1,1) und "Solange die Erde steht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören." (1Mos 8,22) Das ist für mich die Grundzusage des Schöpfergottes. Gott hat diese Welt gemacht und er hat sie in der Hand.

Die Rückbindung an den Schöpfer führt als Sinngarant zur Bejahung des Lebens. Das wird besonders wichtig in solchen Situationen, in denen ich in ein zerbrechendes Werte- und Ordnungsgefüge gerissen werde. Bei einem Unfall ändern sich in Sekundenbruchteilen fast alle bisherigen Beziehungen und Verarbeitungsmechanismen. Der Ehemann ist tot, ein Kind hat schwerste Verletzungen, die Frau hat Prellungen. Jetzt ist also Zukunft zerstört, die Vergangenheit taugt nichts mehr. Das Erleben ist auf eine unheimliche Gegenwart focussiert. In solchen Situationen ist mir die Zusage vom im Letzten ordnenden und erhaltenden Gott einziger Ankerpunkt.

Der Mensch bewegt sich in der geschaffenen Welt als freies und mit seinesgleichen kooperierendes Wesen im Bereich der gesamten Schöpfung. "So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild schuf er ihn, als Mann und Frau erschuf er sie." (1Mos 1,27) Das ist meine und meiner Mitmenschen Lebensmöglichkeit. Von daher ist meine Arbeit der Diesseitigkeit verhaftet. Von daher höre ich das Zitat aus Rasputins "Abschied von Matjora: "Warum sollten mir die Menschen nicht leid tun - bin ich doch einer von Ihnen." Ich habe keine andere Arbeitswelt als die, die ich vorfinde.

Die Verheißung des Schöpfers gilt dem Schwachen und Zerbrechlichen. Als Beispiel greife ich willkürlich Jesaja 42,3 heraus: "Geknicktes Rohr zerbricht er nicht, glimmenden Docht löscht er nicht aus; in Treue bringt er das Recht." Ihnen fallen eigene, ähnliche Aussagen ein. Gottes Verheißung gilt mir in meiner Schwäche und gilt den. an dem ich gewiesen bin in seiner Not. Sie kennzeichnet auch meine Arbeit als zartes und mitunter auch zärtliches Tun. Der beziehungs- und bundeswillige Gott selbst gilt mit diesem Verhalten als Voraussetzung für meine Arbeit. Noah, Abraham, Mose geben die alttestamentlichen Modellgeschichten für Bund und Offenbarung. In dem Alten Bund bin ich genauso gehalten, wie im Neuen Bund.

1.2.2 Die Befreiung durch den Sohn (Rechtfertigung)

Christologisch gesehen, ist in der Inkarnation Gottes die Voraussetzung gegeben, als Seelsorger tätig zu werden. In der Fleischwerdung des Logos ist alle Kommunikation angelegt. Gott tritt mit Menschen in Kontakt durch menschliche Beziehung. Gott wird erlebbar. Im gemeinsamen Gespräch, im gemeinsamen und im zugemuteten Handeln entsteht Zukunft. Gott hat Seelsorge so vorgemacht und ich darf sie nachahmen. "Seid also Nachahmer Gottes als seine geliebten Kinder, und wandelt in Liebe, wie auch Christus euch liebte und sich hingab für uns als Gabe und Opfer." (Eph 5,1) Paulus will ich als Ermutigung verstehen. Eine Verpflichtung zur Liebe gibt es nicht.

Soteriologisch gesehen, steht aus evangelischer Sicht in der Mitte der Botschaft die Rechtfertigung des Sünders durch Christi Tod. Alles also, was nur irgendwie geschehen kann, ist letztlich überholt durch die Tat des Christus. Alles an Leid, was nur irgendwie vorstellbar ist, ist erlitten seit Karfreitag. Alles, was an Hoffnung ausdenkbar ist, ist geschehen seit Ostersonntag.

Von daher hat die Situation am Notfallort ihre Zentrierung für mich. In dem Gemenge von Krankheit und Schuld, das einem begegnet, steht die rechtfertigende Tat Christi gewissermaßen als Wegweiser und Licht aufgerichtet. Römer 8, 31ff. ("Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die ausgegossen ist in Jesus Christus...") will ich anführen für die eigenen Erfahrungen, die sich hinter diesem Text verbergen. Besonders konkret erfahrbar werden in der Extremsituation der Tod, die Mächte, das Gegenwärtige, das dunkle Zukünftige und auch die erschreckende Tiefe (VV 38ff.).

Die Luther-Ausgabe überschreibt den Teil mit: "Geborgen in der Liebe Gottes." Konkretion erfährt das durch die Gegenwart des Auferstandenen, die im Miteinander erfahrbar ist. Erinnert sei hier an Matth 18, 20 und an die Emmaus - Geschichte (Lk 24, 13ff.) in ihrem Prozess.

1.2.3 Die Begabung durch den Geist (Taufe)

Besonders wichtig geworden ist mir die Tauferinnerung. Durch die Taufe bin ich als Teil der neuen Schöpfung mit dem Schöpfergott und seiner Ordnung verbunden. Ich bin durch Sterben und Auferstehen im Element des Wassers hineingenommen in die Befreiung durch Jesu Tod und Auferweckung. Und ich bin ausgerüstet mit der Gabe des Heiligen Geistes.

Der so bezeichnete Geist ist "der Beistand, den der Vater senden wird in meinem (Jesu) Namen." (Joh 14, 26a) Dieser Geist schafft die Verbindung zu Christus, zu seinem Reden und Tun - "er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh 14,26b) In keiner Situation bin ich eigentlich allein, ich habe immer einen vollmächtigen Beistand.

Nicht nur in der Situation der Verteidigung vor Behörden und in Synagogen, sonder erfahrenermaßen auch in den Situationen gleicher Unsicherheit, Unwägbarkeit und Unvorhersehbarkeit gilt der Lukassatz: "der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt." (Luk 12,12). Das schmälert nicht die Notwendigkeit gründlicher Ausbildung, begleiteter Reflexion und gewissenhafter Vorbereitung. Es mindert auch nicht die Verantwortung dem Menschen und der Situation gegenüber, aber es lässt den dadurch entstehenden Druck leichter ertragen.

An dieser Stelle gleichermaßen geltend für alle drei Haltepunkte die Erinnerung an die johanneische Erfahrung: "Der Wind weht, wo er will" (Joh 3, 8) und an die paulinische Erkenntnis, dass "wir diesen Schatz haben in irdenen Gefäßen" (2Kor 4,7). Alles was ich habe , habe ich nicht als beatus possidens. Diese Erfahrung mache ich oft.

Das redet einer gründlichen Ausbildung zum Beispiel in Klinischer Seelsorge (CPT) das Wort, verweist andererseits aber auch auf das verbum externum, ohne das vollmächtige Seelsorge nicht geleistet werden kann.

1.3 Eignung des Notfallseelsorgers

Ich werde gefragt, wie ich denn dem Tod gegenüberstehe. Eigenartigerweise hat mich das als Gemeindepfarrer mit über 400 Beerdigungen in zehn Jahren niemand gefragt. Vielleicht gewinnt der Tod erst seine Schreckensgestalt für den außenstehenden Betrachter, wenn er einbricht in die Lebenswelt, "plötzlich und unerwartet, für uns alle noch zu früh...".

Ich höre die Erwartung eines Rezepts und zugleich das Wissen um die Begrenztheit desselben. Ich spüre die Sehnsucht in mir, nach einer Linie, einer Agenda, nach Gelassenheit und merke gleichzeitig schwarze Ohnmacht neben dem toten Kind und maßlose Wut auf den mordenden Vater.

Ich erlebe beglückend, wie in einem gemeinsamen Gebet oder Gespräch mit der Oma Kraft und Sicherheit wächst. Sie kann die Erfahrungen der Bewahrung auf dem Treck aus Schlesien fruchtbar machen am Bett ihres Mannes, mit dem sie 50 Jahre verheiratet war und auf den sie nach dem Krieg so lange gewartet hatte. Und ich erlebe meine umfassende Unfähigkeit, etwas zu sagen gegenüber der Frau, deren 14jähriger Sohn eben gestorben ist.

1.3.1 Die eschatologische Spannung aushalten

Ich denke, es gehört zu den unabdingbaren Voraussetzungen des Notfallseelsorgers, diese Spannung auszuhalten. Sie ist nicht auflösbar. Ich kann nicht bestimmen, wann "schon" und wann "noch nicht" ist. Ich kann weder das Eschaton vorwegnehmen noch mir vor dem "Seufzen und den Wehen der Schöpfung" (Röm 8, 20) die Augen und Ohren zuhalten. Sie sind ja Teil meiner selbst. Es ist wichtig, den eigenen Stand an dieser Stelle zu finden und genau zu prüfen, ob man selbst bereit und voraussichtlich in der Lage ist, diese Spannung auszuhalten.

1.3.2 Mit offenen Karten spielen

Ich kann mit nichts anderen, als mit dieser Spannung einem anderen in seiner Not gegenübertreten. Die zweite unabdingbare Voraussetzung des Notfallseelsorgers ist demzufolge seine Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit, oder um es mit einem anderen Begriff auszudrücken, seine Authentizität in der jeweiligen Situation. Diese Voraussetzung des Seelsorgers verweist wiederum auf eine klinische Seelsorgeausbildung, die diese Möglichkeiten trainieren will. Sie erinnert aber andererseits an die Ermöglichung der Glaubwürdigkeit in und durch seine Taufe.

1.3.3 Sich selbst beteiligen

In der Notfallsituation ist als dritte Voraussetzung des Seelsorgers die eigene Beteiligung mehr als anderswo erforderlich. In diesem Zusammenhang erinnere ich auch an den besprochenen Abenteuersinn. Die Beteiligung wird sich nach den Regeln richten, die unter dem Stichwort "Empathie" verborgen sind, d.h. er wir auf die Situation eingehen müssen, ohne in ihr aufgehen zu dürfen.

Der Seelsorger wird in einer Krisensituation mehr als sonst nach seinen eigenen Erfahrungen mit dem, was er zusagen will, gefragt. Er wird an seinem persönlichen "Zeugnis für das Evangelium von der Gnade Gottes" (Apg 20,24) behaftet. Bedient sich der Seelsorger vor Ort anderer als eigener Worte, was manchmal notwendig und sinnvoll ist, so darf er das nur soweit, als er selbst mit diesen Worten Erfahrungen gemacht hat. Verletzte haben ein genaues Gespür, Gemeintes und Gesagtes zu unterscheiden oder deren Übereinstimmung wahrzunehmen.

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2. Was sage ich in welcher Gestalt weiter?

Nachdem ich mich so ausgiebig bei mir selbst umgeschaut habe, nach Gründen, Wurzeln und Trieben gesehen habe, will ich versuchen, vier Stichworte zur Kennzeichnung der Seelsorge in der konkreten Notfallsituation zu benennen, nämlich:

Die Annahme als Voraussetzung der Notfallseelsorge

Die Kommunikation als Grundlage der Notfallseelsorge

Die Lebensrelevanz als Verpflichtung der Notfallseelsorge

Der Zukunftsgewinn als Chance der Notfallseelsorge

2.1 Die Annahme als Voraussetzung der Notfallseelsorge

Der Mensch, der uns in häuslicher oder öffentlicher Notsituation begegnet, ist immer ein verlorener Mensch. Durch eigene und/oder fremde Schuld ist er dahin gekommen, wo er ist.

Ich denke, dass es keinen simplen und geraden Schuld-Ergehen-Zusammenhang gibt. Sicher trägt der konkrete Mensch manchmal zu seiner konkreten Situation bei, manchmal ist er vielleicht sogar schuld an seinem Leid. In der Kinderklinik habe ich auf der onkologischen Station gelernt, neu über kollektive Schuld nachzudenken. Kinder ertragen in ihrem Krebsleiden die Unrast, Hektik, Entfremdung, Isolation in unserer Gesellschaft. An ihnen als schwächsten Gliedern bricht sich die Frucht der Schuld des Gemeinwesens Bahn und macht sie zu Opfern. Insofern würde ich Krankheit und Unfall, körperliche und seelische Versehrtheit immer auch als Folge der Entfremdung vom Grund des Lebens, grundsätzlich also als Wirkung der Hybris verstehen wollen. Ganz deutlich möchte ich mich aber nochmals von einem gesetzlich - mechanistischen Schuld-Ergehen-Zusammenhang abgrenzen.

Wie kann ich weiter- und überleben in solch einer schuldigen Welt, deren Teil ich ja auch bin? Die göttliche Annahme des entfremdeten Menschen ist, denke ich, die Voraussetzung und der Grund aller Seelsorge. Damit kommt die in der Inkarnation Gottes vorgeformte Bewegung beim konkreten Gegenüber an.

"Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns" (Joh 1,14), so bezeichnet Johannes den Vorgang. "Darin wurde die Liebe Gottes an uns sichtbar, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt sandte, damit wir leben durch ihn." (1Joh 4,9) greife ich willkürlich als Beispiel der Briefliteratur heraus.

Von diesem Gottesbild her erweist sich das Modell einer partnerzentrierten Seelsorge als für die Notfallseelsorge am brauchbarsten. Die Praxis der Psychotherapie der Annahme des Ratsuchenden ohne Moralisierung, kann dabei Vorbild sein.

Ohne liebende Annahme ist Veränderung nicht möglich. Insofern liegt der Schwerpunkt in der Seelsorge auf der Verkündigung, der Erfahrbarmachung des sich selbst schenkenden Gottes. Von daher ergibt sich auch das seelsorgerische Angebot an alle Menschen ohne Ausgrenzung über den kirchgemeindlichen Rahmen hinaus.

Nicht ohne Auswirkung dürfte diese Auffassung auf das Amtsverständnis bleiben. Pastorale Züge sind verstärkt gefragt. Dem Hirtenamt kommt größere Bedeutung zu als den Anteilen der Repräsentation oder des Gemeindeaufbaus. (Der gute Hirte (Joh 10, 11ff.) gibt sein Leben für die Schafe. Insofern könnte man seine Sorge als "schafzentriert" bezeichnen.)

2.2 Die Kommunikation als Grundlage der Notfallseelsorge

In der akuten Notfallsituation ist das Gewicht der Betrachtung der Gegebenheiten für die Betroffen verschoben zugunsten des Erlebens und der Emotionen. Weniger werden rationale oder intellektuelle Verarbeitungshilfen angewandt, da sie außerdem, wie schon erwähnt in der Krisensituation auch nur mangelhaft oder gar nicht zur Verfügung stehen. Denn gerade das zeichnet eine Krise aus, dass das seelische Gleichgewicht des Betroffenen derart gestört ist, dass die gelernten Muster allein nicht mehr zur Bewältigung des verunsichernden Ereignisses ausreichen.

Wichtig wird also eine Beziehung die über die eine Form "Gespräch" hinausgeht. Diese komplexe Beziehung insgesamt würde ich als Methode und Ziel der Notfallseelsorge analog zur Psychotherapie bezeichnen. Damit ist aber Seelsorge nicht nur Therapie in kirchlichem Umfeld, sondern Sichtbarmachen des redenden und handelnden Gottes. Vom Bundes- und Offenbarungswillen Gottes hatte ich schon gesprochen (1.2.1). Das Evangelium kann weitergesagt werden im Medium der Beziehung zwischen Klient und Seelsorger.

Das geschieht in vielfältiger Form: zum einen sicher durch Zuhören und Verbalisieren, wie es die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie im Gefolge von Rogers lehrt. Zum anderen aber auch durch die Formen non-verbaler Kommunikation, wie Umarmen, Streicheln, Schweigen, Stützen, Einfach-da-sein. Ich erfahre gerade an dieser Stelle eine großartige Erweiterung meines Horizontes hinsichtlich der möglichen Formen, miteinander Beziehung auszudrücken.

Eine große Bedeutung haben die Elemente Zuspruch und Trost. Ich erinnere hier wieder an die Authentizität des Seelsorgers (1.3.2). Die Qualität der Beziehung ist maßgebend für die Qualität des Trostes. Ich möchte ausdrücklich Mut machen zum - auch direktiven -Weitersagen eigener, durch den persönlichen Glauben gedeuteter Lebenserfahrungen, vielleicht einer theologia crucis als ein Stück erfahrener und durchlittener Wirklichkeit und ein erlebtes Vertrauen auf eine Erfahrung des Paulus "Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung." (2Kor 12,9).

Die Kommunikation durch Gebet und Sakrament kann die Beziehung zwischen Klient und Seelsorger um die Beziehung zu Gott erweitern. Aus der Strecke zwischen Zweien wird eine dreieckige Fläche zwischen drei Beteiligten. Zur Horizontalen kommt die Vertikale.

Dabei darf sich das eine nicht vom anderen lösen. Horizontal ist die Beziehung der Diesseitigkeit verpflichtet. das will ich im nächsten Punkt andeuten. Vertikal ist die Beziehung zukunftsseitig geöffnet. Darüber will ich im übernächsten Punkt reden.

2.3 Die Lebensrelevanz als Verpflichtung der Notfallseelsorge

Zuspruch und Trost nützen niemandem, wenn sie nicht an der Lebenswirklichkeit des Tröstenden und des zu Tröstenden orientiert sind. Kein Betroffener wird allein mit aufgesagten Worten etwas anfangen können. Er braucht, wie oben gezeigt die seelsorgerliche Beziehung. Diese Beziehung charakterisiere ich als eine helfende, d.h. der Seelsorger beteiligt sich an der Suche nach einer situationsgerechten, konkreten Lösung der den Klienten ängstigenden Gegebenheiten.

Spätestens hier kommt der politische Aspekt von Notfallseelsorge zum Vorschein. Ich beobachte verstärkt, dass ich zu Einsätzen gerufen werde, bei denen der Grund für eine psychische Krisensituation, z.B. einen drohenden Suizid, in der Arbeitslosigkeit und der daraus folgenden Entwertung des Menschen zu finden ist. Wir haben in Jena zur Zeit (Januar 1996) eine offizielle Arbeitslosenquote von etwa 15%. In einer Gesellschaft, die den Wert eines Menschen nur über Arbeit und Leistung definiert, sind solche Entwicklungen vorprogrammiert. Das Bearbeiten der Symptome ist notwendig, aber es macht hilflos. Eigentlich müßte am gesellschaftlichen Umfeld die Änderung ansetzen.

Mitunter sind weder Kontexte änderbar, noch ist der Klient in der Akutphase zu eigener Beteiligung an der Lösungssuche in der Lage. Konkrete Hilfsangebote sind deshalb nicht unter der Würde des modernen Seelsorgers. Ich beziehe mich dabei auf die Geschichte, die Jesus von einem Samariter erzählt. Der "zog" nach der Grundversorgung "zwei Denare heraus, gab sie dem Wirt und sagte: Trag Sorge für ihn, und was du darüber noch aufwendest, werde ich dir auf dem Rückweg bezahlen." (Luk 10,35) Telefonierenkönnen ist für viele Menschen ebenso wichtig, wie Gefahrenwerden zu einem Angehörigen. Dadurch geschieht manchmal mehr als durch noch so wohlgesetzte Worte.

2.4 Der Zukunftsgewinn als Chance der Notfallseelsorge

Als Bewegung von der Starre zur Prozesshaftigeit, von der Rigidität zur Flexibilität möchte ich das Anliegen und die Chance der Notfallseelsorge bezeichnen. Darin liegt der Zukunftsgewinn für den Klienten und anteilig auch für den Seelsorger. Wenn Hilfe zur Selbsthilfe gelingt, ist das Tor für weitere Entwicklungen zum Heilwerden aufgestoßen.

Dabei geschieht das in und durch Räume, die der Notfallseelsorge eigen sind, und die anders nicht zur Verfügung sind:

Der kleine Raum:

Zukunft wird gewonnen, wo Vergangenheit bearbeitet wird. Schuld wird überwunden durch zugesprochene Vergebung. Ich erlebe eine Aufwertung der Beichte. Das Beichtgeheimnis ermöglicht einen geschützten, geborgenen kleinen Raum, in dem einer seine Fragen, Selbstvorwürfe und auch realen Verfehlungen aussprechen kann. Ich bin froh, dass ich diesen Raum als Pfarrer mitbringen kann.

Der große Raum:

Zum einen versuche ich mein Gegenüber in heilsgeschichtlichem Horizont zu sehen. Ich sehe ihn auch in letzter Perspektive, d.h. im Horizont von Gericht und Gnade. Das öffnet den Raum, in dem ich arbeite auf Gottes Barmherzigkeit, auf seinen Frieden hin. Dieser Friede Gottes übersteigt alles Begreifen. (Phil 4,7) Insofern bringe ich einen großen Raum mit. Die Bewegung in diesen Bereich kann Zukunft eröffnen, weil sie aus der Enge herausführt und neue Betrachtung und damit Veränderung ermöglicht.

Zum anderen geschieht nicht zuletzt Zukunftsgewinn auch durch mein priesterliches Tun. Wenn ich am Unfallort bin, ist auch Gott dort. Sicher, er ist schon vor mir da. Aber da er mich als Werkzeug gewählt hat - zumindest gehe ich in meinem Amtsverständnis davon aus -, bin ich sein sichtbarer Vertreter. damit ist durch mich - einfach durch mein Dasein als Pfarrer - das ewige Leben präsent. Ich bin der Botschafter des Lebens am Ort des Todes. Damit ist wieder eine Raumveränderung und -erweiterung gegeben, die Zukunft ermöglichen kann

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3. Wie gehe ich mit mir selbst um?

Mit diesem letzten Punkt will ich den Bogen wieder schließen und wieder bei mir selbst ankommen. "Wie halten Sie das aus?", lautet die oft gestellte Frage, die ich im Rückblick auf ein Jahr intensiver notfallseelsorgerlicher Erfahrungen folgendermaßen beantworten will.

3.1 der Halt

Dazu verweise ich auf all das, was ich am Anfang zu Verheißung (1.2.1), Rechtfertigung (1.2.2) und Taufe (1.2.3) ausgeführt habe. Die Entfaltung dieser drei Grundelemente bildet das Rückgrat meines Lebens und Arbeitens.

3.2 die Routine

Dankbar beobachte ich an mir inzwischen ein Stück Routine. Ich denke, genauso berechtigt wie die Gemeindeglieder von einem Pfarrer erwarten, sicher durch eine Beerdigung zu führen, erwarten Menschen am Einsatzort einen Seelsorger der Logistik und Strukturen des Einsatzgeschehen kennt. Sosehr ich mich ergreifen lassen will von der Lage des Einzelnen, so deutlich ist mir geworden, dass die Situation für ihn einmalig für mich aber eine von vielen ist. Ich versuche dazu zu stehen und es nicht als eine Entwertung des Betroffenen und seiner Not aufzufassen, sondern es als die Chance zu begreifen, ihm in seiner speziellen Situation Gegenüber sein zu können. Durch Routine wird die Wahrnehmungsfähigkeit des Wesentlichen gefördert.

3.3 die Gemeinschaft

Seelsorge für den Seelsorger geschieht in der Gemeinschaft. Ich brauche das Gespräch über das Erlebte zu Hause mit meiner Frau, auf Arbeit mit meinen Freunden, dem Notärzten und den Feuerwehrleuten und in der Zeugnis- und Dienstgemeinschaft mit Brüdern und Schwestern. Ich brauche professionelle Supervision innerhalb meiner Arbeitszeit.

3.4 die Sorge für mich selbst

Im Gemeindepfarramt habe ich eine starke Belastung in der Breite erlebt. Eine Gemeindeveranstaltung hetzte die andere - von der Christenlehre zur Beerdigung und zurück zu den Konfirmanden... Die Lebenskreise, mit denen ich zu tun hatte, waren überaus vielgestaltig.

Jetzt begegnen mir Situationen die mir - im Bild - bei gleicher Belastung spitzer unter die Haut gehen. Ich bin weiter innen betroffen und angefragt. Es kommt fast immer ganz Grundsätzliches zur Sprache.

Deshalb versuche ich diese Belastung zu verdünnen. Ich muß viel spazierengehen, ich treibe Sport, ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Anders halte ich das nicht aus.

"Sentimental work" deutet an: Ich arbeite mit meiner Seele. Ein Uhrmacher, der an die Hände friert, weil er in der Eiseskälte eine Turmuhr repariert hat, wird sich Handschuhe anziehen. Bevor seine Hände nicht warmgeworden sind, wird niemand von ihm verlangen, eine Taschenuhr zu inspizieren.

Ich erlebe viele Situationen, in denen meine Seele friert. Und ich denke, ich habe die Pflicht, sie zu wärmen.

"Wenn ihr indes das königliche Gebot erfüllt, dem Schriftwort gemäß: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, so verhaltet ihr euch recht." (Jak 2,8)


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Zuletzt überarbeitet von Hanjo v.Wietersheim am 9.10.97.

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